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 Pressestimmen zu "Storchenhelfer"

"Mit STORCHENHELFER spricht Miriam Covi das eher ungewöhnliche Thema der künstlichen Befruchtung an, das sie aber mit einer Menge Humor und dem nötigen Funken Romantik liebevoll verpackt. (...) So ist der Autorin ein unterhaltsamer Liebesroman gelungen, der einen mit den Protagonisten mitlachen und mitleiden lässt, bis er nach vielen Hochs und Tiefs mit dem lang erwarteten Happy-End belohnt wird." LoveLetter, Mai 2015

"Ein wirklich schöner, leichter Roman, der jedoch trotzdem Tiefe mit sich bringt. Sympathische Charaktere und eine wirklich nette Story, die einen oft zum Lachen bringt, (...) aber auch hier und da mal zu Tränen rührt. Sehr empfehlenswert!"
Blog Buchzeiten, 04.06.2015

 

Leserstimmen zu "Storchenhelfer"

 "Eigentlich ist es ein ernstes Thema, unerfüllter Kinderwunsch. (...) Darf man darüber lachen? Wenn es so liebevoll verpackt ist, wie in diesem Buch, wenn es dann noch ein Happy End gibt, dann darf man.!"

 

"Die Autorin hat es wunderbar geschafft, ein emotional schwieriges Thema witzig, aber trotzdem echt zu beschreiben.."

 

 Leserstimmen zu "Eine Lüge, die Liebe, meine Familie und ich"

"Was für ein toller Roman - romantisch, lustig und trotz allem auch nachdenklich - ich bin völlig begeistert!"

 

"Flüssig geschrieben, tolle Charaktere und eine wunderbare Geschichte - ich kann das Buch eindeutig empfehlen!"

Abschied von Bangladesch

Veröffentlicht am 31.12.2016

Es ist mehr als fünf Monate her, seit ich den letzten Blogeintrag geschrieben habe. Damals ging es um den Anschlag in der Holey Bakery, quasi in unserer Nachbarschaft. Am 1. Juli war unsere kleine Welt in Dhaka aus den Fugen geraten. Die Attacke der fünf jungen Männer, die 20 Ausländer in dem beliebten Restaurant regelrecht hingerichtet hatten, ließ die Expat-Gemeinde von Dhaka bis ins Mark erschüttert zurück.

Von einem Tag auf den anderen war nichts mehr wie vorher. Ich ging nicht länger in den Supermarkt, den so viele Ausländer besuchten und der dadurch ein ideales Anschlagsziel bot. Die Kinder gingen nicht mehr in den Kindergarten, der kaum geschützt war. Aufgrund dieses veränderten Lebensumfelds beschlossen Marco und ich schweren Herzens, dass die Kinder und ich früher als ursprünglich geplant in den Urlaub nach Kanada fliegen würden. Ein sechsstündiger Flug von Dhaka nach Doha, dort vier Stunden Aufenthalt, dann 12 Stunden mit dem Flieger nach Boston, eine Übernachtung im Flughafenhotel und am nächsten Nachmittag zwei Stunden Weiterflug nach Halifax, Nova Scotia – all das allein mit meinen zwei Töchtern, damals drei und zwei Jahre alt. Diese Aussicht war absolut keine rosige – aber weiterhin in Dhaka zu bleiben, mit den Kindern kaum mehr aus der Wohnung gehen zu können, in kein Restaurant, bei jedem Schritt Unsicherheit zu spüren – die Aussicht war noch viel weniger rosig. Also verließen die Mädels und ich Bangladesch.

Erst, als wir bereits in Boston im Flughafenhotel waren, besprach ich mit Marco am Telefon, dass es besser wäre, wenn die Kinder und ich nicht zurückkämen. Er sagte mir, wie erleichtert er sei, sich keine Sorgen mehr um uns machen zu müssen. So fällten wir schweren Herzens die Entscheidung, während ich vom Hotel aus auf den Logan Airport von Boston hinuntersah: Für die Mädchen und mich war die Zeit in Bangladesch vorbei. Wir waren mit drei Koffern in den Sommerurlaub abgereist, nicht ahnend, dass wir unser restliches Hab und Gut monatelang nicht mehr sehen würden. Nur Marco würde nicht so schnell fortkönnen aus Bangladesch. Es gab viele Dinge, die mit seinem Arbeitgeber geklärt werden mussten.

Doch zunächst hieß es: Erholung in Kanada. Soweit das möglich war, zwischen Trauer und Euphorie, Tränen und Erleichterung. Die Mädchen und ich besuchten meine Eltern, die ein Ferienhaus an der kanadischen Ostküste, in Nova Scotia, haben. Fünf wunderbare Wochen lang konnte dann auch Marco zu Besuch kommen. Er flog schließlich zurück nach Dhaka, wir ließen ihn nur sehr ungern ziehen. Die Mädchen und ich reisten Anfang Oktober mit meinen Eltern nach Deutschland, wo wir erst einmal Winterkleidung kaufen mussten, schließlich waren wir nur auf Sommer eingestellt gewesen. Langsam kristallisierte sich dann heraus, wie es für uns weitergehen würde – und inzwischen ist unsere Lebensplanung endlich wieder konkret geworden.

Seit Ende November sind wir in Thailand: Marco leider nur als Besucher, er wird noch bis kommenden Sommer in Dhaka bleiben müssen, uns nur an langen Wochenenden und in kostbaren Urlaubswochen besuchen können. Zum Glück ist er nur zwei Flugstunden entfernt. Für die Kinder und mich geht unser Alltag nun in Bangkok weiter. Ich werde nach viereinhalb Jahren Elternzeit wieder in meinen „normalen“ Bürojob zurückkehren und lediglich abends weiter an meinen Romanen schreiben. Die Kinder werden endlich – zum ersten Mal seit Ende Juni – wieder in einen Kindergarten gehen. Den haben wir bereits besichtigt, er liegt glücklicherweise direkt neben der Wohnung, die wir in Bangkok schon gefunden haben. Die Mädels werden Schuluniformen tragen, worauf ich mich freue: endlich keine morgendlichen Diskussionen mehr, ob man das pinkfarbene Lieblingskleid anziehen darf oder nicht! Meine Eltern, die mir seit Juli fast durchgängig geholfen haben, unser auf den Kopf gestelltes Leben zwischen Koffern, Übergangswohnungen und oft gelangweilten Kindern zu meistern, haben die letzten fünf Wochen in Thailand auch mit uns verbracht und werden noch bis Mitte Januar bleiben. Dann werde ich mich übergangsweise als alleinerziehende Mutter erproben müssen. Mit Bürojob und Manuskript, das ich bis März im Verlag abliefern muss.

Das Knallen der Sektkorken war damals, am 1. Juli, als sich alles änderte, kaum verklungen: Ich hatte mit meinem Mann wenige Tage vorher die gute Nachricht meiner Agentin gefeiert, war überglücklich gewesen – ein neuer Vertrag über ein Taschenbuch, diesmal im Heyne-Verlag! Ich war selig. Bis die Geiselnahme in der Holey Bakery begann und unsere kleine Welt vorübergehend aufhörte, sich zu drehen. So schnell können Dinge, die einem so überragend und groß erschienen, im Vergleich unwichtig und klein werden. Aber mit unserer durcheinander gewirbelten Welt standen wir ja im zu Ende gehenden Jahr 2016 nicht allein da. „Ja, man ist halt nirgendwo mehr sicher“, diesen Spruch habe ich in den letzten Monaten sehr oft gehört, wenn ich erzählt habe, warum wir Dhaka verlassen haben. Zwar bin ich immer noch der Meinung, dass man derzeit als Ausländer in Dhakas überschaubarer Expat-Community weitaus gefährdeter ist, als wenn man in Berlin lebt – aber es stimmt schon, der Terror scheint einen momentan überall einzuholen.

Es war ein schwerer Abschied, als die Kinder und ich im Dezember ein allerletztes Mal für drei kurze Tage in Dhaka waren. Unsere Möbel, Bücher, Klamotten, Spielsachen und vieles mehr wiederzusehen, war schön und traurig zugleich. Ich packte Sachen zusammen, die wir in Bangkok brauchen würden. Entdeckte Dinge wieder, die ich schon vergessen hatte. Kaufte noch einmal in den Souvenirläden ein, die ich so lieben gelernt hatte. Wir trafen viele liebe Menschen, sagten „tschüs“. Unsere Kinder nahmen alles erstaunlich gelassen – wohl auch, weil ich ihnen versichert hatte, dass viele ihrer Spielsachen mit uns nach Bangkok umziehen würden und der Rest mit Papa im Sommer nachkäme. Was mir den Abschied erleichterte war die Tatsache, dass wir bei Weitem nicht die Einzigen sind, die gehen: Von den Expat-Familien, die so zahlreich vor Ort waren, sind ein großer Teil bereits fortgegangen; einige brechen nun, zum Jahresende, ihre Zelte ab. Das Dhaka, das wir kennen gelernt hatten, existiert so nicht mehr. Vor allem die Nannys leiden unter dieser neuen Situation, denn viele werden so schnell keinen Job bei Expat-Familien mehr finden. Besonders bei unserem Kindermädchen flossen daher viele Tränen. Nicht nur, weil sie nicht weiß, wie es für sie beruflich weitergehen soll, sondern vor allem, weil sie unsere Kinder geliebt hat wie ihre eigenen. Linda hatte bis zum Schluss gehofft, dass wir doch wiederkämen und blieben. Es brach mir das Herz, sie enttäuschen zu müssen.

Jetzt hilft nur eines: Irgendwie weitermachen mit dem Alltag. Auch in Bangkok, auch ohne Marco, werde ich das nun versuchen. Immerhin weiß ich jetzt, dass die Kinder in Sicherheit sind, wenn ich sie morgens im Kindergarten abliefere. Ich weiß, dass mir im Supermarkt höchstwahrscheinlich nichts passieren wird - selbst wenn Bangkok natürlich eine Großstadt mit all den Risiken ist, die Großstädte nun einmal mit sich bringen. Aber seit am 24. Dezember eine Terrorzelle in Dhaka hochgenommen wurde, die an Weihnachten einen Selbstmordanschlag in der katholischen Kirche geplant hatte, wo viele unserer Kollegen und Freunde oft waren, bin ich einmal mehr froh, nicht mehr vor Ort zu sein. Ich hoffe nur von ganzem Herzen, dass Marco und all den lieben Leuten, die wir dort kennen gelernt haben, nichts passiert.

Und über den Buchvertrag freue ich mich trotzdem immer noch, auch wenn das Schreiben in den letzten Monaten oft zu kurz kam. Aber ich werde das Manuskript fertigbekommen, abends, wenn die Kinder schlafen. Allerdings wird mir deshalb wohl die Zeit fehlen, nebenher noch diesen Blog weiterzuführen. Dies ist also – vorläufig – der letzte Eintrag.

Bangladesch, du hast es mir wirklich nicht immer leicht gemacht und es gibt einige negative Erinnerungen, die ich mitnehmen muss. Aber da sind auch die vielen positiven Momente, die wir erleben durften. Danke, Bangladesch, für die prächtigen Farben der Kleider im Menschengewühl deiner Straßen, danke für das Klingeln der Fahrrad-Rikschas, das uns durch den Alltag begleitete. Danke für das köstliche Essen, das wir kennen lernen durften, für grüne Reisfelder und bunte LKW. Für neugierige Affen vorm Schlafzimmerfenster, für Flughunde und im Fluß badende Kühe. Danke für fröhliche Kinder und lachende Menschen. Danke für die schönen Erinnerungen, Bangladesch.

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