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 Pressestimmen zu "Storchenhelfer"

"Mit STORCHENHELFER spricht Miriam Covi das eher ungewöhnliche Thema der künstlichen Befruchtung an, das sie aber mit einer Menge Humor und dem nötigen Funken Romantik liebevoll verpackt. (...) So ist der Autorin ein unterhaltsamer Liebesroman gelungen, der einen mit den Protagonisten mitlachen und mitleiden lässt, bis er nach vielen Hochs und Tiefs mit dem lang erwarteten Happy-End belohnt wird." LoveLetter, Mai 2015

"Ein wirklich schöner, leichter Roman, der jedoch trotzdem Tiefe mit sich bringt. Sympathische Charaktere und eine wirklich nette Story, die einen oft zum Lachen bringt, (...) aber auch hier und da mal zu Tränen rührt. Sehr empfehlenswert!"
Blog Buchzeiten, 04.06.2015

 

Leserstimmen zu "Storchenhelfer"

 "Eigentlich ist es ein ernstes Thema, unerfüllter Kinderwunsch. (...) Darf man darüber lachen? Wenn es so liebevoll verpackt ist, wie in diesem Buch, wenn es dann noch ein Happy End gibt, dann darf man.!"

 

"Die Autorin hat es wunderbar geschafft, ein emotional schwieriges Thema witzig, aber trotzdem echt zu beschreiben.."

 

 Leserstimmen zu "Eine Lüge, die Liebe, meine Familie und ich"

"Was für ein toller Roman - romantisch, lustig und trotz allem auch nachdenklich - ich bin völlig begeistert!"

 

"Flüssig geschrieben, tolle Charaktere und eine wunderbare Geschichte - ich kann das Buch eindeutig empfehlen!"

Das Leben ist eine Baustelle

Veröffentlicht am 06.12.2015

Seit meinem letzten Blogeintrag hat sich allmählich wieder so eine Art Alltag bei uns eingestellt: Die Kinder sind erneut in ihren Kindergarten und zu nachmittäglichen „Playdates“ gegangen, als hätten sie nie etwas anderes getan, Marco ist wieder in seinen Job eingetaucht und ich habe es endlich geschafft, mit meinem Manuskript voranzukommen. Allerdings musste ich mich hierfür des Öfteren in einen der Expat-Clubs zurückziehen – bevorzugt in den „Nordic Club“, wo ich auch jetzt wieder sitze und diesen Blogeintrag tippe. Das tue ich nicht, weil unsere Wohnung nicht schön ist, ich dort keinen Arbeitsplatz habe oder mich aus irgendeinem Grund nicht wohl fühle. Nein. Vielmehr geht es in unserer Wohnung auch Wochen nach unserem Einzug immer noch zu wie auf einem lauten Basar.

Da wäre zum einen die Baustelle über uns: Seit August wird die Wohnung ein Stockwerk höher saniert – und das, obwohl sie noch nie bewohnt worden ist, unser Haus ist nämlich gerade im Sommer fertig gebaut worden. Doch die neuen Eigentümer über uns mochten anscheinend unter anderem die Marmorfliesen nicht, weshalb der komplette Fußboden erneuert wurde. Ich sage nur: Marmorfliesen wurden herausgeschlagen. Das ist wirklich kein Kindergarten. Und, noch schlimmer: In Bangladesch kennen Bauarbeiter kein Wochenende. Was bedeutet, dass wir seit Wochen Tag für Tag Lärm über uns haben – mal mehr, mal weniger. Es gibt Tage, an denen anscheinend nur kleine Dinge ausgebessert werden, man hört mal ein paar Nägel auf den neuen Boden (Parkett) klimpern, einen Hammer zu Werke gehen oder das vereinzelte, kurze Aufheulen der Bohrmaschine. Dann gibt es Tage wie gestern – ein Samstag, der hier unser Sonntag ist, weil es heute, am Sonntag, ja schon wieder zurück gen Büro, Kindergarten und Manuskript geht –, als stundenlang ein lautes Wummern von oben zu hören war. Marco tippte auf Parkettschleifen oder ähnliches. Hin und wieder hört man auch mal kein Maschinengeräusch oder Hämmern, sondern menschliche Schreie. Zum Beispiel, weil sich unser „Building Manager“ lautstark mit den Arbeitern streitet, wenn diese sich weigern, abends um 20 Uhr die kreischende Kreissäge auszustellen und Feierabend zu machen, damit ein Stockwerk tiefer zwei kleine deutsche Mädchen endlich schlafen können. Oder ein einzelner Arbeiter schreit und heult, wie neulich, als der Zimmermann vom Ingenieur mit einer Stange verprügelt wurde, weil er die Arbeit nicht so ausgeführt hatte, wie der Ingenieur sich das vorgestellt hatte. Das ist Bangladesch: Arbeiter werden schlecht behandelt – und bekommen teilweise einen Tageslohn von umgerechnet einem Euro.

Außerdem haben wir unsere ganz persönliche Baustelle in unserer eigenen Wohnung. Wie ich schon einmal erwähnt habe, haben wir eine nasse Wand im Schlafzimmer. Neuerdings ist auch die Wand hinter der Waschmaschine feucht. Man könnte ja annehmen, das läge an der Wasserleitung der Waschmaschine. Doch der Ingenieur des Gebäudes behauptet, es läge vielmehr an einem Leck über unserer Dusche, das angeblich für sämtliche feuchte Wände in unserer Wohnung verantwortlich ist. Das Leck wurde vor Wochen repariert, die nassen Stellen hinter unserem Bett und hinter der Waschmaschine trockneten vor sich hin – und nun sollte wieder gestrichen werden. Zum dritten Mal seit August. Ich fragte, ob das wirklich Sinn machte. Ja, angeblich tat es das. Angeblich musste nichts anderes unternommen werden. Ein bisschen neue Farbe, und die Wände würden das erste Mal, seit wir die Wohnung Anfang August leer übernommen haben, makellos aussehen.

Letzte Woche Mittwoch kamen die Maler. Waschmaschine, Trockner, Kühlschrank, Bett und leer geräumter Kleiderschrank wurden abgerückt. Man kratzte alte, abplatzende Farbe ab, trug neue Grundierung auf. Da zeitgleich auch noch der Schreiner da war, der endlich unseren beim Umzug beschädigten Couchtisch zusammenleimte, stank es in unserer Wohnung bestialisch. Das Mittagessen musste außer Haus eingenommen werden, Marco und ich verbrachten die Nacht im Gästezimmer. Heute sollte eigentlich die neue Farbe über die Grundierung gepinselt werden. Allerdings hat diese Grundierung sich im Laufe des Wochenendes in vertrauter Art und Weise verändert: Sie hat begonnen, sich in Bröckchen wieder zu lösen, wie ihre Vorgängerschichten auf den angeblich inzwischen ach so trockenen Wänden. Also wurde die Grundierung heute wieder abgekratzt, um in drei bis vier Tagen erneut aufgetragen zu werden – weil die Wände dann bestimmt trocken genug sein werden. Ich bin mir sicher: Das wird ganz toll.

Zumindest bringen die Maler immer ihre eigene Ausrüstung mit, was man von anderen Handwerkern nicht behaupten kann. Egal, ob Klempner, Schreiner oder Elektriker: Fast jedes Mal standen sie in den vergangenen Wochen ratlos vor den defekten Dingen, die sie reparieren sollten und erklärten, dass sie leider das nötige Werkzeug nicht dabei hätten. War Marco zu Hause, holte er mit einem ergebenen Seufzer seinen Werkzeugkasten und sucht den richtigen Schraubenzieher, Bohreraufsatz etc. heraus. War er nicht daheim, fühlte sich plötzlich unser Fahrer Rony zuständig für die Werkzeugbeschaffung. So kam es, dass ich neulich vormittags nichts ahnend und wenig repräsentativ bekleidet auf dem Heimtrainer saß und strampelte, verschwitzt und hochrot im Gesicht, als plötzlich Rony und unser „Building Manager“ Sofiq mit einem „Excuse me!“ hereinkamen und begannen, über Marcos Werkzeugkasten zu beratschlagen, mit welchem Werkzeug die Lampe in unserer Abstellkammer am besten anzubringen sei. Natürlich ist es toll, dass sich unser Fahrer, der zwischen den Fahrten zu Büro und Kindergarten im Laufe des Vormittags nicht viel zu tun hat, dazu berufen fühlt, Lampen anzubringen. Aber mich nervt es doch ein wenig, dass er das gern unangekündigt tut – ganz genau wie die anderen Handwerker. Denn auch die kommen natürlich nie dann, wenn man sie erwartet, sondern meistens im ungünstigsten Moment. So kommt es, dass ich in unseren eigenen vier Wänden immer darauf achten muss, nicht zu leicht angezogen durch die Gegend zu springen, weil es sein kann, dass im nächsten Moment mal wieder ein paar muslimische Männer hereinkommen, um etwas zu reparieren…

Wegen dieser Mischung aus Baustellenlärm über uns, Farbgeruch bei uns und den ständig ein- und ausgehenden Handwerkern ziehe ich auch heute als Arbeitsplatz den „Nordic Club“ vor. Hier donnert zwar hin und wieder ein Flugzeug tief über mich hinweg, doch ansonsten bestehen die Hintergrundgeräusche hauptsächlich aus einem monotonen „Plop, plop, plop“ aus der Richtung des Tennisplatzes, wo die ersten Expats fleißig den gelben Ball hin und her jagen. Halt: Jetzt ist gerade irgendwo eine Motorsäge angesprungen. Nun gut, in Dhaka ist man nie weit entfernt von der nächsten Baustelle. In dieser Stadt schießen neue Häuser wie Pilze aus dem Boden, Bauunternehmer verdienen sich goldene Nasen mit immer neuen modernen Apartmenthäusern, die unter haarsträubenden Umständen in die Höhe gezogen werden: Es gibt keine schweren Maschinen, sondern nur Massen an billigen Arbeitskräften, die alles per Hand machen. Frauen jeden Alters balancieren Körbe mit Ziegelsteinen auf dem Kopf über die Baustellen, die so schwer sind, dass sie ihnen von zwei Männern angereicht und abgenommen werden müssen. Arbeiter klettern ungesichert, meist barfuß und ohne Helme auf Baugerüsten aus Bambus in luftiger Höhe herum. Und das 24/7. Wenn man in Dhaka das Pech hat, neben einer Baustelle zu wohnen, hat man rund um die Uhr so lange Lärm, bis das Haus fertig ist, denn auf hiesigen Baustellen kennt man nicht nur kein Wochenende, nein, man kennt auch keine Nachtruhe. Ein Grund hierfür ist, dass die erstaunlich hübsch bemalten LKW mit den Baumaterialien tagsüber nicht durch die unter chronischer Verkehrs-Verstopfung leidende Metropole fahren dürfen. Also bringen sie die fürs Weiterbauen benötigten Materialien nachts zu den Baustellen, wo diese im taghellen Schein der Flutlichter von einer Armee rechteloser Arbeiter abgeladen und für den Weiterbau verwendet werden.

Man muss somit sagen, dass wir großes Glück haben. Zumindest wird über uns nur tagsüber gebaut. Sonst müssten wir am Ende auch noch im Nordic Club übernachten…

P.S.: Nachdem ich diesen Blogeintrag geschrieben hatte, holte ich vorhin die Mädels vom Kindergarten ab, fuhr mit ihnen heim – und wurde von unserer bedrückt aussehenden Haushälterin begrüßt, die mir davon abriet, das Kinderzimmer zu betreten, „wegen des Gestanks“. Ihre aufgeregte Erklärung verstand ich erst nicht, ging ins Kinderzimmer, folgte dem durchdringenden Geruch nach übergelaufener Toilette oder vollem Windeleimer ins angrenzende Badezimmer – und sah, dass die Fensterscheibe von außen braun besprenkelt war. Die Erklärung war mal wieder so haarsträubend wie vieles hier in Dhaka: In der Wohnung über uns, die ja nach wie vor renoviert wird, war das Abwasserrohr verstopft und musste ein Stockwerk tiefer von außen geöffnet werden – also direkt vor unserem Fenster. Um an diese Stelle zu gelangen, kamen die Arbeiter durch unsere Wohnung, kletterten durch den Notausstieg des Kinderzimmers, der eigentlich nur den Zugang zur Außeneinheit der Klimaanlage sicherstellen soll, balancierten im fünften Stock ungesichert über eine Verbindungsstrebe, bastelten von außen am verstopften Rohr herum und kletterten, nachdem sie unser Fenster wieder sorgfältig gereinigt hatten, zurück durchs Kinderzimmer. Einer der Arbeiter gehörte im Grunde genommen noch in ein ebensolches Kinderzimmer, er war dem Aussehen nach höchstens 15 Jahre alt. Arbeitsalltag in Bangladesch ist manchmal echt – Entschuldigung, aber hier passt kein anderes Wort – Scheiße.

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