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Leserstimmen zu "Mein Ex, die Ewige Stadt und Ich"

"Was ich absolut Klasse an diesem Buch gefunden habe, waren die verschiedenen Orte an denen sich die Geschichte abspielt. Diese sind so großartig beschrieben, dass mich das Fernweh gepackt hat."

"Perfekt zum Abtauchen, Wegträumen und ab und an auch zum Schmunzeln"

Pressestimmen zu "Storchenhelfer"

"Mit STORCHENHELFER spricht Miriam Covi das eher ungewöhnliche Thema der künstlichen Befruchtung an, das sie aber mit einer Menge Humor und dem nötigen Funken Romantik liebevoll verpackt. (...) So ist der Autorin ein unterhaltsamer Liebesroman gelungen, der einen mit den Protagonisten mitlachen und mitleiden lässt, bis er nach vielen Hochs und Tiefs mit dem lang erwarteten Happy-End belohnt wird." LoveLetter, Mai 2015

Leserstimmen zu "Storchenhelfer"

 "Eigentlich ist es ein ernstes Thema, unerfüllter Kinderwunsch. (...) Darf man darüber lachen? Wenn es so liebevoll verpackt ist, wie in diesem Buch, wenn es dann noch ein Happy End gibt, dann darf man.!"

"Die Autorin hat es wunderbar geschafft, ein emotional schwieriges Thema witzig, aber trotzdem echt zu beschreiben.."

 Leserstimmen zu "Eine Lüge, die Liebe, meine Familie und ich"

"Was für ein toller Roman - romantisch, lustig und trotz allem auch nachdenklich - ich bin völlig begeistert!"

"Flüssig geschrieben, tolle Charaktere und eine wunderbare Geschichte - ich kann das Buch eindeutig empfehlen!"

Einzug und Eid al-Adha

Veröffentlicht am 25.09.2015

Endlich ist unser Umzugscontainer angekommen. Nachdem unsere sieben Sachen (beziehungsweise sage und schreibe 144 Stück Umzugsgut, sprich Kartons, Möbel und Gegenstände…) Anfang Juli in Bella Roma ein- und verpackt worden waren, schipperten sie rund 10 Wochen lang auf diversen Containerschiffen Richtung Asien.

Unser Hab und Gut legte einen Zwischenstopp in Colombo, Sri Lanka ein und reiste schließlich weiter bis Chittagong, dem großen Seehafen von Bangladesch. Von dort aus kam unser 40-Fuß-Container am vergangenen Dienstag tatsächlich bei uns in Dhaka an. Eine Armee von 14 Möbelpackern in den roten Shirts unserer Spedition „Homebound“ wuselte fortan zwischen dem LKW auf der Straße und unserer neuen Wohnung im 5. Stock hin und her. Diese Wohnung verwandelte sich zunächst in ein Meer aus Kartons und dann, am nächsten Tag, in einen Berg aus Packpapier, als das große Auspacken begann. Möbel wurden aufgebaut, passten nicht in die vorgesehenen Zimmer, wurden ratlos durch die Gegend geschoben und fanden schließlich ganz andere Plätze. Kartons wurden geleert, der Inhalt teilweise korrekt in die dafür vorgesehenen Schränke, Kommoden, Regale geräumt – zum Teil aber auch recht wahllos. Als die Packer abends gingen, war ich einem Nervenzusammenbruch sehr nah. Wie schon in bei unseren Einzügen in New York, Berlin, Rom fragte ich mich: Warum um alles in der Welt tun wir uns das alle paar Jahre wieder an?

Auch am Donnerstag kamen die Möbelpacker noch einmal. Zum Glück, denn eigentlich hatte das wichtigste islamische Fest des Jahres bereits begonnen: Eid al-Adha, das Opferfest. Trotzdem wurden die letzten Kartons ausgeräumt, die übrig gebliebenen Möbelstücke aufgebaut. Dann verschwanden unsere fleißigen Helfer in die wohlverdienten Feiertage und ließen uns zurück, in einer Wohnung, die noch stark an ein Schlachtfeld erinnerte.

In ein Schlachtfeld verwandelten sich auch die Straßen Dhakas am nächsten Tag, vor dem mir etwas Bange war, weil ich von anderen Ausländern gehört hatte, dass er nichts für schwache Nerven sei: Der Morgen des Opferfestes brach an. Die Vorboten von Eid al-Adha hatte man schon seit Tagen überall in unserem Viertel Gulshan gesehen. Das erste Anzeichen für den herannahenden Feiertag war das Meckern einer Ziege gewesen, das ich vor ein paar Tagen gehört hatte. Dann standen eines Mittags, als ich die Mädels vom Kindergarten abholte, im Parkhaus eines Apartmentgebäudes zwei Rinder neben zwei weißen SUVs. Auf dem Bürgersteig gegenüber waren fünf Ziegen angebunden und freuten sich über frische Zweige, die man ihnen als Futter an einer Leine aufgehängt hatte. Vor zwei Nächten wurde ich ein paar Mal vom Muhen eines Rindes in der Garage neben unserem Hotel geweckt. Und gestern standen sie dann wirklich überall an den Rändern der Wohnstraßen: angebundene Grüppchen von Rindern, mal festlich geschmückt, mal wie frisch aus dem Stall, dazwischen diverse Ziegen. Man hatte ihnen Unterstände am Straßenrand gebaut, denn der Monsun will in diesem Jahr nicht aufhören: Immer noch halten heftige Regenfälle Dhaka in Atem, viel länger als gewöhnlich. Dieser Regen ist schuld daran, dass auf den provisorischen Viehmärkten, die vor dem Opferfest überall in Dhaka wie die Pilze aus dem Boden schießen, einige Rinder tagelang in der Nässe standen und, ich mochte es kaum glauben, Erkältungen bekamen, die ihnen teilweise das Leben kostete. Für die Viehhändler eine große Katastrophe.

Heute blieben wir bis zum frühen Abend in unserem Hotel, wo wir wegen des noch zu großen Durcheinanders in unserer Wohnung nach wie vor nächtigen. Erst dachten wir, dass es hier, in unserem noblen Viertel, beim Opferfest schon nicht ganz so martialisch zugehen würde – und wurden beim Blick aus dem Schlafzimmerfenster eines Besseren belehrt: In der Garageneinfahrt nebenan wurde gerade ein Rind geschächtet. „Mama, was ist da draußen?“, rief Elli, als sie mich wie versteinert am Fenster stehen sah und kam näher. „Nichts!“, rief ich schnell und schloss die Vorhänge. Den Anblick wollte ich unserer Dreijährigen doch gern ersparen.

Mal abgesehen von der Schächtung vieler Rinder und Ziegen (die ganz Reichen Bangladeschis leisten sich ein Kamel, habe ich gehört) ist Eid ein sehr schönes Fest, das von den Muslimen mit einer Begeisterung herbeigesehnt und begangen wird wie in der christlichen Welt Weihnachten. Man kauft Geschenke für seine Lieben und wochenlang sieht man Werbung für schicke Klamotten, Vorhänge und Möbel, denn zu Eid werden die eigenen vier Wände schön hergerichtet und man selbst kleidet sich ebenfalls mit viel Sorgfalt. In den Tagen vor dem Opferfest beginnt das Reisen: Wie bei uns zu Weihnachten, so möchten auch die Menschen, die in Dhaka arbeiten, ihre Familien auf dem Land besuchen. Und so steht man stundenlang in sengender Hitze an den Ticketschaltern des Bahnhofs, um Fahrkarten für die Heimat zu erstehen. Oder man verbringt Stunden in Bussen auf heillos verstopften Straßen. Unsere „Ayah“ (=Nanny) Linda wollte sich diesen Stress dieses Jahr nicht antun, wie sie sagte, und blieb mit ihrer Tochter in Dhaka, während ihr Mann die Verwandten in ihrem Heimatdorf besuchte. Linda und ihre Tochter feierten dafür das Opferfest mit uns: In unserem Hotel gab es ein Buffet, das Management hatte betont, dass wir und natürlich unsere Ayah plus Tochter eingeladen seien zum großen Eid-Essen.

Am Abend trauten wir uns dann doch endlich auf die Straße. Marco, die Mädels und ich fuhren in unsere neue Wohnung. Unterwegs sahen wir noch einige Blutlachen und hier und dort ein paar Überreste der geopferten Tiere, doch ich war erstaunt, wie schnell an den meisten Stellen sauber gemacht worden war. Anders sah es in unserer Wohnung aus: Das Chaos erwartete uns gnadenlos. Also hieß es einräumen, aufräumen, umräumen. Am Sonntag werden wir endlich das Hotel verlassen und in unseren eigenen vier Wänden schlafen. Inschallah.

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