Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

(c) Fotostudio Susanne Clemens(c) Fotostudio Susanne Clemens

Leserstimmen zu "Sommer in Atlantikblau"

"Einfach nur traumhaft"

"Das Buch des Sommers"

"Ein Roman wie eine perfekte Sommerbrise"

 

Leserstimmen zu "Mein Ex, die Ewige Stadt und Ich"

"Perfekt zum Abtauchen, Wegträumen und ab und an auch zum Schmunzeln"

Pressestimmen zu "Storchenhelfer"

"Mit STORCHENHELFER spricht Miriam Covi das eher ungewöhnliche Thema der künstlichen Befruchtung an, das sie aber mit einer Menge Humor und dem nötigen Funken Romantik liebevoll verpackt. (...) So ist der Autorin ein unterhaltsamer Liebesroman gelungen, der einen mit den Protagonisten mitlachen und mitleiden lässt, bis er nach vielen Hochs und Tiefs mit dem lang erwarteten Happy-End belohnt wird." LoveLetter, Mai 2015

Leserstimmen zu "Storchenhelfer"

 "Eigentlich ist es ein ernstes Thema, unerfüllter Kinderwunsch. (...) Darf man darüber lachen? Wenn es so liebevoll verpackt ist, wie in diesem Buch, wenn es dann noch ein Happy End gibt, dann darf man!"

Leserstimmen zu "Eine Lüge, die Liebe, meine Familie und ich"

"Was für ein toller Roman - romantisch, lustig und trotz allem auch nachdenklich - ich bin völlig begeistert!"

In Bangladesch

Veröffentlicht am 20.08.2015

Hier ist er, mein erster Blogeintrag seit Ende Juni. Seitdem haben wir Rom verlassen – die Stadt, in der wir vier Jahre lang zu Hause waren, wo unsere beiden Töchter geboren wurden. Wir haben Urlaub in Kanada gemacht – an dem See, wo ich schon als Kind geträumt und als Teenager Romane geschrieben habe. Und nun sind wir seit zehn Tagen in Dhaka, Bangladesch.

Als unsere ältere Tochter im kanadischen Einkaufszentrum in Halifax stolz unseren neu erstandenen Koffer im Geschäft herumschob, fragte die Verkäuferin sie, wohin sie denn reisen werde. „Bangladesch!“, verkündete Elli. Die Verkäuferin lachte.

Es war das erste Mal, dass jemand lachte, als unsere neue Heimat auf Zeit erwähnt wurde – weil die Verkäuferin natürlich glaubte, das kleine Mädchen mit dem großen roten Koffer wüsste gar nicht, was „Bangladesch“ ist. Alle anderen Leute, die auf die Frage, wohin es uns denn nach Rom verschlagen würde, das Wort „Bangladesch“ hörten, erstarrten meist. Sagten „Oh!“ oder „Ach du Schande!“ oder auch die höfliche Version „Interessant!“. Natürlich bekamen wir nie ein „Schön!“ zu hören, denn wer verbindet Bangladesch schon mit Schönheit? Wenn man Bangladesch hört, sieht man Bilder von Überschwemmungen, hungernden Kindern und ausgebeuteten Textilarbeitern vor seinem inneren Augen. Kein Ort, wo man Urlaub machen möchte. Natürlich ging es uns genauso. Freuten wir uns auf unseren neuen Wohnort? Nein. Freuen wäre wirklich eine Übertreibung gewesen. Aber wir waren neugierig. Gespannt auf das, was uns in diesem fremden, exotischen Land erwarten würde.

Anfang August machten Marco, die Mädels und ich uns mit dem neuen roten Koffer und vier alten Koffern sowie drei Stück Handgepäck, zwei Autokindersitzen und einem Doppelkinderwagen auf die lange Reise von Halifax, Kanada nach Dhaka, Bangladesch. Der erste Zwischenstopp war in Good Old Germany, wo wir eine erholsame Nacht im Sheraton Hotel am Terminal 1 des Frankfurter Flughafens verbrachten. Am nächsten Nachmittag ging es weiter, mit Emirates nach Dubai. Dort sollten wir eigentlich drei Stunden Aufenthalt haben, doch unser großer A380 war verspätet und verkürzte unsere Umsteigezeit somit auf eine knappe halbe Stunde. Also hetzten wir mit Kindern und Handgepäck durch den Flughafen, vorbei an all den Läden, auf die ich mich gefreut hatte. Hinein ging es mit wehenden Fahnen in den wartenden Flieger nach Bangladesch, wo wir am Sonntagmorgen, den 9. August ziemlich erledigt ankamen.

Ich hatte noch den Ratschlag unseres deutschen Kinderarztes im Kopf, als wir in Gütersloh das Dilemma besprochen hatten, dass vor unserer Abreise nicht mehr genügend Zeit für zwei Hepatitis A-Impfungen blieb, weil zwischen diesen ein Abstand von sechs Monaten liegen sollte. „Ende August können Sie die zweite Impfung machen. Bis dahin passen Sie einfach auf, dass Ihre Kinder nicht so viel anfassen.“ Dieser Ratschlag ließ mich Schnappatmung bekommen, als wir auf unsere Abholung vom Flughafen warteten und ich vergeblich versuchte, meine aufgedrehten Mäuse davon abzuhalten, sich auf dem Fußboden zu wälzen oder die verschmutzten Fensterscheiben der Ankunftshalle zu küssen…

Fahrrad-RikschasFahrrad-Rikschas

Schnell nach unserer Ankunft war so viel klar: Nein, schön ist Dhaka, die Hauptstadt Bangladeschs, wahrlich nicht. Es hat schon seinen Grund, warum diese Stadt auf der von der „Economist Intelligence Unit“ aufgestellten Rangliste der Städte mit dem besten Lebensstandard auf dem vorletzten Platz gelandet ist. Der Verkehr ist absolut chaotisch und lässt Rom wie einen Kindergeburtstag wirken. Ein Gewühl aus klapprigen, aber dennoch völlig überladenen Bussen, bunten Fahrrad-Rikschas und den Geländewagen, die im Viertel „Gulshan“ zum großen Teil von den hier zahlreich lebenden Ausländern gefahren werden, schiebt sich durch die Straßen. Und diese Straßen sind in miserablem Zustand, der Begriff „Schlagloch“ trifft auf die Krater in den Fahrbahnen bei Weitem nicht mehr zu. Momentan befinden wir uns in der Monsunzeit, sprich: Diese Krater füllen sich mit Wasser, ganze Straßenzüge verschwinden, verwandeln sich in braune, schlammige Seen. Die Müllentsorgung ist katastrophal – überall sieht man am Straßenrand wilde Müllhaufen, die dort von armen Frauen und Männern „sortiert“ und nachts abtransportiert werden. All dies erklärt, warum ich mich in den vergangenen zehn Tagen kaum zu Fuß fortbewegt habe: Der Verkehr, die oft überschwemmten, immer dreckigen Straßen, die Müllkippen, noch dazu die feuchte Hitze – all das lässt einen lieber im klimatisierten Auto sitzen bleiben und selbst kurze Entfernungen motorisiert zurücklegen. Oft muss ich beim Autofahren an Rom denken. Dort habe ich mich sehr über die Unart vieler Römer aufgeregt, ihre Kinder im Wagen nicht anzuschnallen. Dann kam der erste Tag hier in Dhaka, wir bestiegen unser angemietetes Auto. Und suchten vergeblich nach Anschnallern für die Sitzgurte. Marco bat den Fahrer des Autos darum, die Anschnaller unter den Sitzen zu suchen und herauszuziehen. Das dauerte. Nach ungefähr vier Tagen war Ellis Kindersitz der erste, der Gulshan AvenueGulshan Avenueangeschnallt wurde.

Am nächsten Tag tat sich eine zweite Anschnallmöglichkeit auf der Rückbank auf. Bisher blieb es bei zwei – doch wir sitzen hinten zu dritt. Also schnalle ich Mia derzeit auf meinem Schoß mit mir gemeinsam an. Wenn ich daran denke, wie chaotisch dieser Verkehr ist und wie ich meine Kinder durch die Gegend fahren lasse, bekomme ich Angst. Dann jedoch denke ich: Wird schon alles gut gehen. Wie bei so vielen anderen Dingen auch. Dengue Fieber zum Beispiel. Aber mehr dazu – und auch zu unserer Wohnsituation bis zur Ankunft unseres Umzugscontainers – im nächsten Blogeintrag.

Bis dahin etwas Positives zum Schluss: Uns geht es hier, trotz allem, gut. Während ich diese Zeilen schreibe, schaue ich meinen Kindern beim Toben auf einem Indoor-Spielplatz zu, der sich im 8. Stock eines Hochhauses befindet. Neben mir steht ein Latte Macchiato. Gleich holt uns Marco ab und wir gehen mit den Kindern essen. Sehr gut essen, denn das kann man hier durchaus. Ja, auch das ist Dhaka, Bangladesch. Mehr dazu demnächst!