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Leserstimmen zu "Sommer in Atlantikblau"

"Einfach nur traumhaft"

"Das Buch des Sommers"

"Ein Roman wie eine perfekte Sommerbrise"

 

Leserstimmen zu "Mein Ex, die Ewige Stadt und Ich"

"Perfekt zum Abtauchen, Wegträumen und ab und an auch zum Schmunzeln"

Pressestimmen zu "Storchenhelfer"

"Mit STORCHENHELFER spricht Miriam Covi das eher ungewöhnliche Thema der künstlichen Befruchtung an, das sie aber mit einer Menge Humor und dem nötigen Funken Romantik liebevoll verpackt. (...) So ist der Autorin ein unterhaltsamer Liebesroman gelungen, der einen mit den Protagonisten mitlachen und mitleiden lässt, bis er nach vielen Hochs und Tiefs mit dem lang erwarteten Happy-End belohnt wird." LoveLetter, Mai 2015

Leserstimmen zu "Storchenhelfer"

 "Eigentlich ist es ein ernstes Thema, unerfüllter Kinderwunsch. (...) Darf man darüber lachen? Wenn es so liebevoll verpackt ist, wie in diesem Buch, wenn es dann noch ein Happy End gibt, dann darf man!"

Leserstimmen zu "Eine Lüge, die Liebe, meine Familie und ich"

"Was für ein toller Roman - romantisch, lustig und trotz allem auch nachdenklich - ich bin völlig begeistert!"

Kindergeburtstag mit Hindernissen

Veröffentlicht am 19.09.2015

Unsere ältere Tochter Elli ist am vergangenen Sonntag drei Jahre alt geworden und ihre Geburtstagsfeier lief so ab wie viele Dinge hier in Bangladesch: Nicht ganz reibungslos. Aber der Reihe nach. Da wir nach wie vor im Hotel wohnen, war eine Kinderparty in unseren eigenen vier Wänden leider nicht möglich. Doch ich wollte unserer Maus unbedingt eine Feier ermöglichen, wenn sie schon ihre alte Heimat und ihre römischen Freunde aufgeben musste. Also planten wir eine Kinderparty im Indoor-Spieleparadies „Fantasium“, das im 8. Stock eines Hochhauses liegt. Dort würden sich die Kleinen auf Rutsche, Trampolin und im Bällebad amüsieren, während die Eltern bei Kaffee ihre Dhaka-Erfahrungen würden austauschen können.

Am Abend vor Ellis Geburtstag bekamen wir um 21.30 Uhr einen Anruf. Der Manager des Kinderparadieses teilte uns mit, dass die Party am kommenden Tag leider nicht würde stattfinden können. Der Hausbesitzer habe ihn vor ein paar Minuten informiert, dass am Sonntag aufgrund von Bauarbeiten im gesamten Gebäude Strom und Wasser abgestellt werden müssten. Dafür würde man am Tag darauf extra wegen uns öffnen (Montag ist eigentlich der Ruhetag des „Fantasium“), damit die Party nachgeholt werden könnte.  Nach der ersten Enttäuschung hieß es also umorganisieren: Ich sagte den geladenen kleinen und großen Gästen Bescheid, dass sie bitte am Montag zur selben Zeit kommen sollten. Marco fuhr am Sonntagmorgen zur Bäckerei, bei der wir Kuchen für den Nachmittag bestellt hatten (wir haben im Hotel keinen Backofen…), und verschob die Bestellung auf den kommenden Tag.

Als ich am Sonntagmittag auf dem Weg zum Kindergarten war, um das Geburtstagskind und seine Schwester abzuholen, gerieten unser Fahrer und ich plötzlich in einen dicken Stau. Vor uns, an der viel befahrenen Kreuzung „Gulshan 2 Circle“, kamen keine Autos mehr durch, da demonstrierende Studenten den Verkehr lahmlegten. Die Regierung hatte angekündigt, eine neue Steuer für die privaten Universitäten einzuführen, die diese wiederum an die Studenten abdrücken würden. Um gegen diese Steuer vorzugehen, zogen die jungen Leute also auf die Straßen Dhakas. Schon am Tag zuvor hatten die Demonstrationen für Verkehrschaos gesorgt, allerdings nicht in Gulshan, dem Viertel, wo wir und viele andere „Expats“ leben. Nun hatte es jedoch auch unser Viertel getroffen und ich brauchte anstatt der sonst üblichen 15 Minuten eine dreiviertel Stunde bis zum Kindergarten. Auf dem Rückweg gen Hotel waren wir nur deshalb verhältnismäßig schnell, weil sich unser Fahrer an die Wagenkolonne eines Ministers samt Polizeieskorte hängte und so einigermaßen problemlos durch den völlig chaotischen Verkehr vorrankam.

Es erwies sich als Geschenk des Himmels, dass das „Fantasium“ ohne Strom und Wasser war, denn sonst wären wir nachmittags gar nicht bis zum Ort der Feier gelangt, und die meisten Gäste wohl auch nicht. Bis in den späten Abend hinein hielt das Verkehrschaos Gulshan und weitere Viertel Dhakas im Griff, Kinder konnten nicht von der Schule abgeholt werden, Pendler saßen anstatt der üblichen Stunde bis zu fünf Stunden in ihren Autos im Stau.

Dafür hatten wir einen umso schöneren Geburtstag im Hotel: Als wir vom Kindergarten heimkehrten, wartete das Hotelpersonal mit einer Überraschungsparty auf Elli. Die Hotellobby war mit vielen bunten Luftballons dekoriert, es gab ein Mittagessen auf Kosten des Hauses für das Geburtstagkind und seine Eltern und Schwester.

Nach dem Essen tauchte der Hoteldirektor auf (der ebenfalls lange im Stau gestanden hatte und etwas verspätet eintraf) und brachte eine Geburtstagstorte mit. Sämtliche Kellner, die Mitarbeiter der Rezeption, der Hotelmanager, der Direktor, unser Kindermädchen und Fahrer sangen „Happy Birthday“, es wurden ein Tischfeuerwerk angezündet und chinesischer Kunstschnee versprüht. Elli war ein wenig irritiert von so viel Aufruhr, aß jedoch mit Begeisterung die Schokoladentorte, während sämtliche Anwesende ihre Smartphones und Tablets zückten, um gefühlte eintausend Bilder des mampfenden Geburtstagskindes und seiner kleinen Schwester zu schießen. Wir waren gerührt von so viel Anteilnahme am dritten Geburtstag unserer Tochter, von all der Mühe, die man sich für Elli gab.

Als wir später mit vollen Bäuchen in unserem Hotelapartment saßen und Elli ihre Geschenke in Augenschein nahm, war ich heilfroh, dass wir nicht schon wieder zur Kinderparty aufbrechen mussten. Am nächsten Tag machte die Party viel mehr Sinn. Wenn – ja, wenn die Studenten nicht wieder streiken und somit den Verkehr zum Erliegen bringen würden.

Mit verhaltener Hoffnung, dass alles ruhig bleiben würde, holte ich am kommenden Morgen die bestellten Kuchen und Törtchen ab. Als wir von der Bäckerei zurück zum Hotel fuhren, liefen wieder demonstrierende Studenten über den „Gulshan 2 Circle“. Das Verkehrschaos entfaltete sich erneut. Oh nein! Ich sah uns bereits den Nachmittag im Hotel verbringen und ganz allein Kuchen und Törtchen essen. Doch mittags geschah das Wunder: Die Regierung lenkte urplötzlich ein und verkündete, dass die Steuer für die privaten Universitäten nicht eingeführt werden solle. Die Demonstrationen lösten sich auf, der Verkehr floss wieder – und auch das „Fantasium“ war erneut betriebsbereit, mit Strom und Wasser. Elli bekam also ihre Geburtstagsfeier. Mit Bällebad, Kuchen und neuen Freunden. Sie war selig – und ihre Mama auch.