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La "bella stagione" bei blankliegenden Nerven

Veröffentlicht am 13.05.2015

So, endlich ein neuer Blog-Eintrag. Warum die lange Pause? Wir waren über Ostern im Urlaub in Deutschland, wo Mias Taufe gefeiert wurde. Und wir stecken bis über beide Ohren in Umzugsvorbereitungen. Die Nerven liegen derzeit öfter mal blank. Aber der Reihe nach.

Schon die zwei Wochen vor unserer Abreise nach Deutschland gestalteten sich als Nervenkrieg: In Ellis Kindergartengruppe gab es einen Windpockenfall. Der Rest der Kindergartengruppe hatte schon kurz vor Weihnachten die Windpocken gehabt – bis auf die geimpften Kinder. Und bis auf Elli und Antonio, die beide schon im Weihnachtsurlaub gewesen waren. Antonio hatte nun Pusteln. Elli noch nicht. Aber sie hatte noch an dem Tag, an dem ihr kleiner Freund abends erste Symptome zeigte, im Kindergarten mit ihm gespielt. Als die E-Mail vom Kindergartenleiter mit der Nachricht kam, dass in der Windmühlen-Gruppe ein Windpockenfall aufgetreten sei, informierte ich mich sofort panisch im Internet. Ich las von hoher Ansteckungsgefahr, auch zwei bis drei Tage vor Auftreten der ersten Symptome. Ich las von 14 Tagen Inkubationszeit und noch einmal 14 Tagen, bis die Pusteln verkrustet und Kinder nicht mehr ansteckend sind. Ich bekam Panik.

Ein Anruf bei unserer Kinderärztin nahm mir die Hoffnung, Elli noch schnell impfen lassen zu können: Ihr Spielkamerad war Donnerstagabend erkrankt, der Kindergarten hatte uns jedoch erst Montagmorgen informiert. Laut unserer Ärztin war es zu spät für eine Impfung. Dann wenigstens Mia, die sich ja sonst auch sofort bei ihrer älteren Schwester anstecken würde? Nein, Mia hatte erst zwei Wochen zuvor die Masern-Mumps-Röteln-Impfung bekommen. Zwischen den zwei Lebendimpfungen sollten mindestens vier Wochen liegen, erklärte unsere Kinderärztin und fügte bedauernd hinzu: „Nach meiner Kalkulation wird Elli wohl an Karfreitag die Windpocken bekommen.“

Dumm nur, dass wir Gründonnerstag abends nach Düsseldorf fliegen wollten, um Mia am Ostermontag in der Kirche in meinem Heimatort taufen zu lassen, wo schon Elli und lange davor ich selbst getauft worden waren und wo Marco und ich geheiratet hatten. Zwei Wochen lang schwankte ich zwischen Hoffnung und Panik: Würde Elli wirklich erst am Karfreitag krank werden, so dass wir am Gründonnerstag womöglich noch würden fliegen können? Schließlich soll man mit einem Windpocken-Kind nicht ins Flugzeug steigen, weil durch die Klimaanlage andere Passagiere angesteckt werden könnten. Natürlich kommt an dieser Stelle gerne das Argument, dass Windpocken nicht wirklich gefährlich sind – was nur teilweise stimmt. Für Schwangere, Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem können sie durchaus gefährlich sein.

Bis zum Nachmittag des Gründonnerstag studierte ich immer wieder Ellis Gesicht, auf der Suche nach ersten Anzeichen von Pusteln. Als sich keine zeigten, stiegen wir abends erleichtert ins Flugzeug. Würde Elli tatsächlich am Karfreitag krank werden, würde sie leider die Taufe verpassen, aber immerhin wären wir dann alle gemeinsam in Deutschland und müssten nicht zwei Wochen oder länger warten, um unseren Urlaub und die Taufe nachzuholen.

Elli wurde nicht krank. Bis heute wundere ich mich darüber, dass sie sich nicht bei Antonio angesteckt hat. Um zu verhindern, dass uns ein ähnlicher Nervenkrieg im Sommer bevorsteht, wenn wieder mehrere Flüge geplant sind, haben wir die Kinder noch in Deutschland gegen die Windpocken impfen lassen. Außerdem gegen Typhus und Hepatitis A; Japanische Enzephalitis, Tollwut und Meningokokken stehen noch an. Nein, nicht für Italien, sondern für unsere nächste „Heimat auf Zeit“: Im August ziehen wir nach Dhaka, Bangladesch. Weshalb meine Nerven derzeit schon wieder blank liegen, diesmal ganz ohne Windpocken. An den Gedanken, in eines der ärmsten Länder der Welt zu ziehen, habe ich mich zwar inzwischen gewöhnt – aber halt nur in der Theorie. Wie die Praxis dann aussehen wird, ist eine ganz andere Sache.

Leider hat es unsere italienische Kinderärztin versäumt, uns darauf hinzuweisen, dass bei Hepatitis A zwei Impfungen im Abstand von sechs Monaten nötig sind. Das erfuhren wir erst von unserem deutschen Kinderarzt. Der fügte erklärend hinzu, um eine Panikattacke meinerseits abzuwenden, wir könnten die zweite Impfung aber auch bereits nach vier Monaten durchführen – also Ende August. Wir werden aber schon ab Anfang August in Dhaka sein. „Ihre Kinder werden dann einen Monat lang einen nur 90-prozentigen Impfschutz haben“, erläuterte unser Arzt. „Hepatitis A ist eine Schmierinfektion. Passen Sie also auf, dass Ihre Kinder im öffentlichen Raum nicht so viel anfassen.“ Nicht so viel anfassen? Meine Kinder? Ich muss den Arzt ziemlich fassungslos angestarrt haben, während ich an Mia dachte, die inzwischen zwar glücklicherweise läuft und daher nicht mehr ständig mit den Händen auf dem Boden ist, aber dennoch die orale Phase nicht überwunden hat und liebend gern Dinge aller Art in den Mund steckt. Die ersten Wochen in Dhaka werden die Kinder und ich wohl in unserem Hotelzimmer verbringen.

Nicht nur wegen der Impfungen liegen meine Nerven derzeit häufiger blank, sondern vor allem wegen der vielen Umzugsvorbereitungen, die es noch zu machen gilt: Wir müssen nicht nur unser Auto verkaufen (nach Bangladesch dürfen keine Autos eingeführt werden, die älter als vier Jahre sind), eine Wohnung und neue Kindergartenplätze finden (Marco fliegt zu diesem Zweck Ende Mai für eine Woche nach Dhaka) und eine Abschiedsparty planen, sondern vor allem Vorräte anlegen. „Bringt euch Windeln für ein Jahr mit“, wurde uns von Kollegen vor Ort geraten. Wir werden ein eigenes Zimmer nur für Windeln brauchen. Ich bestelle momentan wie eine Irre online: Mückennetze für die Kinderbetten, Sandalen in den nächsten Kindergrößen auf Vorrat, schon ein Laufrad für Mia, die in einem Jahr eines brauchen wird und ein Fahrrad für Elli, das wohl in ca. zwei Jahren fällig wird.

Frühstück im "Dolce"Frühstück im "Dolce"Ganz nebenbei versuchen Marco und ich, unsere davonrinnenden letzten Wochen in Rom zu genießen. War ja klar, dass wir erst jetzt ganz in unserer Nähe ein entzückendes Lokal namens „Dolce“ entdeckt haben, in dem es, ganz untypisch für die nicht-frühstückenden Italiener, sonntags ein tolles Frühstücksangebot gibt. So haben wir am vergangenen Sonntag den Muttertag bei Pfannkuchen und Rührei zelebriert und uns vorgenommen, das bis zu unserer Abreise noch öfter zu machen. Bis wir von einer Kellnerin belehrt wurden: Frühstück gibt es nur noch bis zum 24. Mai. Dann beginnt „la bella stagione“, die schöne Jahreszeit, und die Italiener verbringen ihre Sonntage am Strand und nicht im „Dolce“.

Tja. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben – beziehungsweise „la bella stagione“, die zurzeit übrigens wirklich schon sehr „bella“ ist und uns bei Temperaturen von bis zu 30 Grad schwitzen lässt. Vielleicht werden wir in Dhaka ein neues Frühstückslokal finden – sobald unsere Kinder 100-prozentig gegen Hepatitis A geschützt sind. So, ich muss zurück zu meinen To-Do-Listen. Und im Internet noch Kinderbettwäsche bestellen.