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Leserstimmen zu "Sommer in Atlantikblau"

"Einfach nur traumhaft"

"Das Buch des Sommers"

"Ein Roman wie eine perfekte Sommerbrise"

 

Leserstimmen zu "Mein Ex, die Ewige Stadt und Ich"

"Perfekt zum Abtauchen, Wegträumen und ab und an auch zum Schmunzeln"

Pressestimmen zu "Storchenhelfer"

"Mit STORCHENHELFER spricht Miriam Covi das eher ungewöhnliche Thema der künstlichen Befruchtung an, das sie aber mit einer Menge Humor und dem nötigen Funken Romantik liebevoll verpackt. (...) So ist der Autorin ein unterhaltsamer Liebesroman gelungen, der einen mit den Protagonisten mitlachen und mitleiden lässt, bis er nach vielen Hochs und Tiefs mit dem lang erwarteten Happy-End belohnt wird." LoveLetter, Mai 2015

Leserstimmen zu "Storchenhelfer"

 "Eigentlich ist es ein ernstes Thema, unerfüllter Kinderwunsch. (...) Darf man darüber lachen? Wenn es so liebevoll verpackt ist, wie in diesem Buch, wenn es dann noch ein Happy End gibt, dann darf man!"

Leserstimmen zu "Eine Lüge, die Liebe, meine Familie und ich"

"Was für ein toller Roman - romantisch, lustig und trotz allem auch nachdenklich - ich bin völlig begeistert!"

Primavera

Veröffentlicht am 04.03.2015

Plötzlich scheint sie Einzug zu halten, meine liebste Jahreszeit in Rom: La primavera, der Frühling. In der Sonne ist es plötzlich so warm, dass man einen Vorgeschmack auf den italienischen Sommer bekommt. Während die Römer (und auch ich) noch Winterjacken tragen, laufen viele Touristen in T-Shirts herum. Erstere stöhnen, weil ihnen zu warm ist. Letztere stöhnen später, weil sie sich erkältet haben, denn im Schatten lauern noch kühle Temperaturen und der Wind kann hinterhältig frisch sein.

Trotzdem: Alle freuen sich über die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres. Über die blühenden Mandelbäume, Magnolien und Mimosen; über den süßen Duft des Jasmins, der einem nun wieder hier und da in die Nase steigt und einen von den warmen Monaten träumen lässt, die vor uns liegen. Wenn ich an den farbenfroh leuchtenden Blumenständen am Straßenrand vorbeikomme, fällt es mir schwer, kein kleines Zitronenbäumchen für unseren Balkon zu kaufen. Leider lohnen sich Pflanzen-Neuanschaffungen kaum noch, schließlich würde einem Zitronenbäumchen eine wochenlange Container-Reise, die unserem Hab und Gut im Sommer bevorsteht, nicht gut bekommen. Also erfreue ich mich einfach an den überall blühenden Farbklecksen und an den Pflanzen, die bereits auf unserem Balkon stehen.

Passend zum Frühlingswetter haben Marco und ich, angesichts unserer davonrinnenden Rom-Tage, ein wahres Touristen-Wochenende hinter uns. Und ein langes noch dazu. Mein Mann hat sich Freitag frei genommen, so dass wir einen spontanen Tagesausflug ins wunderschöne Florenz machen konnten, das mit dem Zug in anderthalb Stunden zu erreichen ist. Denn da ich während der letzten dreieinhalb Jahre in Rom irgendwie ständig schwanger oder mit der Pflege mindestens eines Babys beschäftigt war, kamen Städtereisen eindeutig zu kurz. Ich war noch nie in Venedig, Mailand oder halt, bis Freitag, in Florenz. Da Städtereisen mit Kleinkindern nicht unbedingt ein erholsames Erlebnis sind, waren wir sehr dankbar, dass meine Schwägerin Laura auf unsere Mini-Mädels aufpasste, während Marco und ich an einer sehr empfehlenswerten, kostenlosen (!) Stadtführung teilnahmen (nähere Infos für alle Florenz-Interessierten hier: http://www.florencefreetour.com/). Nach anderthalb Stunden Rundgang über alte Straßenpflaster aßen wir in einem abseits des Touristen-Rummels gelegenen Restaurant wunderbar zu Mittag und schleppten uns schließlich mit vollem Bauch durch die beeindruckende Gemäldesammlung in den „Uffizien“. Gemeinsam mit wahren Massen an chinesischen Touristen bestaunten wir unter anderem „Die Geburt der Venus“ von Botticelli. Besonders angetan war ich jedoch vom Porträt der illegitimen Tochter von Cosimo I. de‘ Medici, der ab 1537 Großherzog der Toskana war. Bia de' MediciBia de' MediciBia de‘ Medici wurde nur 5 Jahre alt, und eine Theorie besagt, dass sie bereits verstorben war, als Agnolo Bronzino ca. 1542 dieses Porträt von ihr anfertigte. Als Mutter war ich mal wieder sehr gerührt, wie immer, wenn es um kranke oder gar verstorbene Kinder geht. Ich verkniff mir ein paar Tränen, kaufte im Museumsshop eine Postkarte von Bias Porträt und hatte plötzlich große Sehnsucht nach meinen Kindern in Rom. So sehr ich den freien Tag auch genossen hatte, so war es doch merkwürdig, ohne Kinder unterwegs zu sein. Als im Restaurant an einem Nachbartisch ein kleines Mädchen ständig quengelte und dabei akustisch stark an Mia erinnerte, wurde ich ganz nervös. Ich fühlte mich regelrecht unterbeschäftigt, weil ich beim Warten auf unser Essen nichts zu tun brauchte, als mich mit meinem Mann zu unterhalten. Keine Trinkbecher reichen, vom Boden aufheben, abwischen, auffüllen. Kein Brot kleinzupfen. Keine Streitereien zwischen Schwestern schlichten. Einerseits wunderbar. Andererseits schrecklich traurig. Ich war regelrecht erleichtert, als ich zu Hause beim Abendbrot wieder Trinkbecher reichen durfte.

Am Samstag setzten wir unser Touristen-Wochenende fort und besuchten mit unseren Mädels, Schwägerin Laura und deren Freund Daniele den „Bioparco“, Roms Zoo. Zwar taten mir die Tiere leid, die in teilweise viel zu kleinen Gehegen untergebracht waren, aber für unsere Töchter war das erste Zusammentreffen mit Giraffe & Co. ein großes Vergnügen. Als wegen einer in der Nähe des Zoos stattfindenden Großdemonstration immer wieder ein Hubschrauber über den Tiergehegen kreiste, äußerte das Löwenmännchen seinen Unmut durch lautes Brüllen. Dies wiederum fand unsere kleine Mia so beeindruckend, dass sie seitdem bei der Frage „Wie macht der Löwe?“ das süßeste in Löwenkreisen bekannte „Roaarr!“ von sich gibt…

Elli am StrandElli am StrandAbgerundet wurde das ausgefüllte Wochenende am Sonntag durch einen Strandbesuch in Santa Severa, einem Badeort, der von Rom aus mit dem Auto in ca. einer Stunde zu erreichen ist. Wir trafen uns mit mehreren Familien am Strand, wo Elli und Mia mit den anderen Kindern im Sand buddelten und trotz des frischen Winds ihren Spaß hatten. Dass wir eine Stunde lang auf unseren für 14.30 Uhr bestellten Tisch im Restaurant warten mussten, konnte uns die gute Laune nicht verderben und als Entschädigung gab es nach dem Essen einen Limoncello aufs Haus.

Zwei Punkte kann ich nun also auf meiner „Vor Umzug unbedingt noch machen“-Liste abhaken: „Florenz“ und „Zoo“. Den Punkt „Strand“ hingegen kringele ich dick ein. Wir werden hoffentlich noch ein paarmal nach Santa Severa fahren, wenn „la primavera“ richtig Einzug gehalten hat und der Wind nicht mehr so frisch ist. Und danach, wenn es Sommer wird und das Gelato in der Sonne schmilzt, falls man zu langsam isst. Ich kann es kaum erwarten.