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 Pressestimmen zu "Storchenhelfer"

"Mit STORCHENHELFER spricht Miriam Covi das eher ungewöhnliche Thema der künstlichen Befruchtung an, das sie aber mit einer Menge Humor und dem nötigen Funken Romantik liebevoll verpackt. (...) So ist der Autorin ein unterhaltsamer Liebesroman gelungen, der einen mit den Protagonisten mitlachen und mitleiden lässt, bis er nach vielen Hochs und Tiefs mit dem lang erwarteten Happy-End belohnt wird." LoveLetter, Mai 2015

"Ein wirklich schöner, leichter Roman, der jedoch trotzdem Tiefe mit sich bringt. Sympathische Charaktere und eine wirklich nette Story, die einen oft zum Lachen bringt, (...) aber auch hier und da mal zu Tränen rührt. Sehr empfehlenswert!"
Blog Buchzeiten, 04.06.2015

 

Leserstimmen zu "Storchenhelfer"

 "Eigentlich ist es ein ernstes Thema, unerfüllter Kinderwunsch. (...) Darf man darüber lachen? Wenn es so liebevoll verpackt ist, wie in diesem Buch, wenn es dann noch ein Happy End gibt, dann darf man.!"

 

"Die Autorin hat es wunderbar geschafft, ein emotional schwieriges Thema witzig, aber trotzdem echt zu beschreiben.."

 

 Leserstimmen zu "Eine Lüge, die Liebe, meine Familie und ich"

"Was für ein toller Roman - romantisch, lustig und trotz allem auch nachdenklich - ich bin völlig begeistert!"

 

"Flüssig geschrieben, tolle Charaktere und eine wunderbare Geschichte - ich kann das Buch eindeutig empfehlen!"

Spontan nach Deutschland

Veröffentlicht am 19.10.2015

Wir sind derzeit in Deutschland. Und zwar nicht wegen der veränderten Sicherheitslage in Bangladesch. Denn die gibt es leider, seit Ende September ein Italiener und wenige Tage später ein Japaner auf offener Straße erschossen worden sind. Doch als der erste dieser Morde geschah, waren wir bereits dabei, unsere Koffer zu packen. Beim zweiten waren wir schon in Deutschland. Warum? Weil mein Mann einen Leistenbruch hatte und operiert werden musste. Und von Operationen in Bangladesch wird Ausländern dringend abgeraten.

Wir haben uns recht spontan dazu entschlossen, Ende September in die Heimat zu fliegen. Marco hatte schon seit Wochen Schmerzen gehabt, ein Arzt in Dhaka hatte den Leistenbruch diagnostiziert und dringend eine OP empfohlen. Verschiedene Möglichkeiten wurden erwogen: Operation in Bangkok? Dort gibt es sehr moderne Praxen und Kliniken. Doch da man nach dem Eingriff zwei Wochen lang nicht fliegen darf, hätten wir lange in einem Hotel sitzen müssen. Dann doch lieber nach Deutschland, damit die Kinder wenigstens ihre Großeltern würden sehen können. Nur eine knappe Woche vor Abreise buchten wir Flüge, vereinbarten last minute Arzt- und Frisörtermine, wie bei jedem Heimaturlaub. Zunächst fühlte ich mich ziemlich überfordert bei dem Gedanken, so schnell wieder den langen Flug nach Europa anzutreten. Dann jedoch freundete ich mich rasch mit dem Gedanken an, ein paar Herbstwochen in unserer Heimat zu verbringen. Was unsere so spontane Abreise allerdings recht schwierig machte, war die Tatsache, dass erst wenige Tage vor Abflug unser Container ausgeladen worden war. Wir waren gerade erst vom Hotel in unsere Wohnung gezogen. Noch während wir Kartons auspackten, mussten wir bereits überlegen, was wir in Deutschland brauchen würden. Fand ich in einer Kiste Winterklamotten, räumte ich diese gar nicht erst in die Schränke, sondern legte sie gleich in einen der Koffer, die wir vom Hotel herübergebracht und gerade ausgepackt hatten.

Unsere Reisevorbereitungen wurden am frühen Abend des 28. September durch die Nachricht durcheinander gebracht, dass vor „unserem“ Supermarkt im als sehr sicher geltenden Diplomatenviertel „Gulshan“ ein Italiener mit drei Schüssen in den Rücken getötet worden sei. Kein Raubmord, denn die Sporttasche, die der Getötete bei sich trug, lag noch neben der Leiche. Die Täter flohen auf einem Motorrad. Um die Panik, die nach dieser Nachricht im Expat-Kreis von Dhaka ausbrach, verstehen zu können, muss man wissen, dass die Gemeinschaft der Ausländer in der Hauptstadt von Bangladesch recht überschaubar ist. Jeder kennt um ein paar Ecken herum jeden und der letzte Mord an einem Ausländer in unserem Viertel lag 13 Jahre zurück. Man fühlte sich in Gulshan sicher, von den Einheimischen zwar neugierig beäugt, doch so gut wie nie belästigt. Ich hatte die bengalischen Einwohner Ausländern gegenüber stets als äußerst höflich erlebt. Wenn es in den vergangenen Wochen mal wieder sehr anstrengend war, wenn die Angst vor Dengue-Fieber an den Nerven zerrte, dann konnte ich mir stets sagen: Immerhin sind die Leute hier vor Ort unglaublich nett und man fühlt sich niemals bedroht. Dieses Gefühl der Sicherheit wog so manche Alltags-Strapaze auf. Und es ist nun weg. Vor allem, seit ein paar Tage später ein weiterer Mord geschah, diesmal auf dem Land. Erneut wurde das Opfer – ein Japaner – von drei Schüssen, abgefeuert von einem Motorrad, getötet.

Was das Ganze noch schlimmer machte: Kurz zuvor hatte die britische Regierung eine Terrorwarnung für Bangladesch herausgegeben. Es wurde vor Anschlägen auf westliche Einrichtungen gewarnt. Dann fielen die Schüsse vor dem Supermarkt und nichts war mehr wie zuvor. Angeblich soll sich der IS zu beiden Anschlägen bekannt haben. Die bengalische Regierung bestreitet dies jedoch, hat stattdessen die These in die Welt gesetzt, die Opposition stecke dahinter, wolle Unruhe im Land schüren. Am Tag nach dem Mord in Gulshan stand unser Viertel still. Schulen blieben geschlossen, unsere Mädels gingen nicht in den Kindergarten. Ausländer verharrten nervös in ihren Wohnungen, manche gingen nicht zur Arbeit. Marco war wegen seines Leistenbruchs schon krankgeschrieben, am übernächsten Tag sollten wir fliegen. Wie froh war ich über diese Möglichkeit, Dhaka vorübergehend hinter mir zu lassen.

Nach unserer zweiten Nacht in unseren bengalischen vier Wänden brachen wir also um kurz nach Mitternacht auf Richtung Flughafen und von dort via Doha gen Deutschland. Unsere ältere Tochter musste mit Socken in Sandalen reisen, weil wir fünf Minuten vor Abfahrt festgestellt hatten, dass ihre festen Schuhe, die im August noch gepasst hatten, nun zu klein waren. Das war uns natürlich nicht früher aufgefallen, da unsere Mädels seit unserer Ankunft in Dhaka nur Sandalen getragen hatten. Mit Sandalen kam Elli nun auch im herbstlichen Deutschland an, wo es mit knapp 20 Grad zwar recht mild war für Anfang Oktober, doch trotzdem noch um 14 Grad kühler als unsere Abreisetemperatur in Dhaka. An unserem ersten Morgen in Ostwestfalen hieß es daher: Sofort zum Schuhgeschäft…

Wir verbrachten drei wunderbare Wochen in meiner Heimat Ostwestfalen, kauften wie die Wilden ein: Im Drogeriemarkt, in der Bäckerei, bei Tchibo, im Buchladen. Diese Auswahl überall! Unglaublich! Unsere Kinder rannten mit glänzenden Augen durch den Tierpark und über Spielplätze, sie sammelten Herbstlaub und Kastanien, bestaunten Pferde und Kühe und pflückten bei Freunden die Äpfel direkt vom Baum. Obwohl ich stets im Internet checkte, was in Bangladesch Neues passierte und mich von der Nachricht des nach unserer Ankunft in Deutschland ermordeten Japaners sehr aus der Fassung bringen ließ, begann ich peu à peu, mich zu entspannen. Es gab keine morgendlichen Kämpfe mehr mit meinen Kindern, wenn ich versuchte, sie mit Mückenschutz einzuschmieren. Flog mal eine Mücke vorbei, schlug ich nicht mehr panisch danach. Wen kümmert schon ein Stich, wenn man davon kein Dengue bekommen kann? Tranken die Kinder beim Baden Seifenwasser, schrie ich nicht mehr auf. Die Zahnbürsten konnten wieder unter das Wasser aus dem Hahn gehalten werden. Abends gab es die Tagessschau und sonntags den Tatort. Herrlich. Wir waren wieder in unserer normalen Welt angekommen.

Doch bald schon wird Bangladesch uns wieder haben. Marco hat die OP glücklicherweise gut überstanden, ist wieder reisefähig. Schon morgen müssen wir wieder die Koffer packen, übermorgen geht es auf Richtung Frankfurter Flughafen, zurück nach Doha und weiter nach Dhaka. Dort hatte ein Kollege meines Mannes während unserer Abwesenheit Dengue-Fieber. Wie ich von Bekannten vor Ort gehört habe, werden in Gulshan Autos angehalten und durchsucht. Man darf nicht mehr zu zweit auf Motorrädern fahren. Pizza kann nicht mehr geliefert werden, weil die Lieferanten –auch auf zwei Rädern unterwegs – an den überall aus dem Boden geschossenen Straßensperren aufgehalten werden. Ausländer sitzen zu Hause und trauen sich nicht mehr in die Restaurants, nur vereinzelt in die abgesicherten Clubs.

Heute sagte Elli, beim gemütlichen Abendbrot vorm Kaminfeuer: „Ich will nicht nach Bangladesch. Ich will bei OmaOpa bleiben.“ (Kein Tippfehler – „OmaOpa“ ist ihr Begriff für beide Großeltern). Wir versuchten, unserer Älteren Bangladesch mit der Aussicht auf ihren Kindergarten, auf Kindermädchen Linda, auf ihre Freunde, auf Schwimmbäder bei nach wie vor rund 30 Grad Außentemperatur schmackhaft zu machen. Aber ganz ehrlich: Mir graut es derzeit selbst vor unserer Rückkehr, auch wenn ich mich auf unsere frisch eingerichtete Wohnung freue. Doch die angespannte Sicherheitslage verunsichert mich sehr. Wie wird es sein, wieder in Dhaka zu leben?

Davon werde ich im nächsten Blogeintrag erzählen.

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