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 Pressestimmen zu "Storchenhelfer"

"Mit STORCHENHELFER spricht Miriam Covi das eher ungewöhnliche Thema der künstlichen Befruchtung an, das sie aber mit einer Menge Humor und dem nötigen Funken Romantik liebevoll verpackt. (...) So ist der Autorin ein unterhaltsamer Liebesroman gelungen, der einen mit den Protagonisten mitlachen und mitleiden lässt, bis er nach vielen Hochs und Tiefs mit dem lang erwarteten Happy-End belohnt wird." LoveLetter, Mai 2015

"Ein wirklich schöner, leichter Roman, der jedoch trotzdem Tiefe mit sich bringt. Sympathische Charaktere und eine wirklich nette Story, die einen oft zum Lachen bringt, (...) aber auch hier und da mal zu Tränen rührt. Sehr empfehlenswert!"
Blog Buchzeiten, 04.06.2015

 

Leserstimmen zu "Storchenhelfer"

 "Eigentlich ist es ein ernstes Thema, unerfüllter Kinderwunsch. (...) Darf man darüber lachen? Wenn es so liebevoll verpackt ist, wie in diesem Buch, wenn es dann noch ein Happy End gibt, dann darf man.!"

 

"Die Autorin hat es wunderbar geschafft, ein emotional schwieriges Thema witzig, aber trotzdem echt zu beschreiben.."

 

 Leserstimmen zu "Eine Lüge, die Liebe, meine Familie und ich"

"Was für ein toller Roman - romantisch, lustig und trotz allem auch nachdenklich - ich bin völlig begeistert!"

 

"Flüssig geschrieben, tolle Charaktere und eine wunderbare Geschichte - ich kann das Buch eindeutig empfehlen!"

Terror in Dhaka

Veröffentlicht am 03.07.2016

Und dann holte uns der Terror ein. Rückblickend erscheint es mir wie ein böses Omen. Am Donnerstagvormittag war ich zum letzten Mal in der „Holey Artisan Bakery“ in unserem Viertel Gulshan 2 hier in Dhaka, wo sehr viele Diplomaten und Expats leben. Ich hatte meine Töchter gerade vom Kindergarten abgeholt und wollte noch schnell Brot kaufen.

Eigentlich hatte ich sogar vorgehabt, mit den Kindern ins Restaurant neben der Bäckerei zu gehen – in das „O’Kitchen“, wo Freitagabend 22 Menschen von Terroristen umgebracht wurden. Ich wollte mich mit meinen kleinen Mädels an einen der rustikalen, weiß gestrichenen Holztische setzen und für mich einen Cappuccino, für die beiden ein Croissant bestellen. Doch als wir bei Holey ankamen, goss es in Strömen. Planänderung. Ich stieg allein aus, ließ die Kinder bei unserem Fahrer im Auto. Ein hilfsbereiter Mitarbeiter der Bäckerei holte mich mit einem Schirm am Auto ab. In der Bäckerei ließ ich mir wie üblich mehrere Laibe „Multigrain Bread“ schneiden, bestellte noch ein Baguette und ein paar Brötchen fürs Wochenende. Dann fiel mir ein, dass in der kommenden Woche der islamische Feiertag Eid-al-Fitr ansteht und viele Läden ein paar Tage lang schließen. Ich fragte den Mitarbeiter hinter dem Tresen, der mir gerade mit dem üblichen freundlichen Lächeln ein kostenloses Stück Gebäck einpackte, ob die Bäckerei in der kommenden Woche geöffnet sein würde. Er lächelte mich entschuldigend an und sagte: „Not sure yet, Madame.“ Das stünde noch nicht genau fest.

Diese Worte gehen mir nicht mehr aus dem Kopf, seit wir in der Nacht von Freitag auf Samstag Polizeisirenen und vereinzelte Explosionen gehört haben. Seit unheilvolle Stille folgte und uns in jener Nacht kaum Schlaf finden ließ, denn so ruhig ist es sonst nie in Gulshan und diese Ruhe verhieß nichts Gutes. Die Worte gehen mir nicht mehr aus dem Kopf, seit der Samstagmorgen wortwörtlich graute und wir im Laufe des Tages die Horrormeldungen lasen, hörten, sahen: Alle Nicht-Muslime regelrecht hingerichtet, sogar eine im siebten Monat schwangere Frau. Ich werde die Bilder in meinem Kopf nicht los, obwohl ich sie gar nicht selbst gesehen habe und sicher bin, dass sie in Wirklichkeit um ein Vielfaches schlimmer waren als in meiner Phantasie. Ich kann nicht aufhören, an unsere Bekannte Claudia zu denken, die unter den Todesopfern ist. Sie gehörte zu der Gruppe der ermordeten Italiener – und ihr Mann war der einzige Überlebende jener unglückseligen Gemeinschaft, dem ein Telefonanruf das Leben gerettet haben dürfte: Wegen des Telefonats entfernte er sich vom Tisch der Gruppe, konnte sich hinter Büschen im Garten verstecken, als der furchtbare Angriff losging.

Quelle: The Daily StarQuelle: The Daily Star„Not sure yet, Madame.“ Seit ich ein Foto gesehen habe, auf dem das Ausmaß der Verwüstung zu sehen ist, das die Angreifer und die Panzer der Armee auf dem Restaurantgelände hinterlassen haben, weiß ich, dass Holey so schnell sicher nicht wieder öffnen wird. Die grüne Oase, die das Restaurant für uns vom Chaos der Stadt gestresste Dhaka-Bewohner war, ist zerstört worden. Der Ort, wo ich so oft Brot, Brötchen, Kuchen gekauft habe, wo meine Kinder mit Eis auf dem Rasen gesessen und ein Picknick gemacht haben – er existiert nicht mehr. Und er wird auch nicht mehr existieren, nicht so wie vorher, denn er hat seine Unschuld verloren.

Ich musste unserer älteren Tochter erklären, warum ich seit Samstagmorgen so traurig bin. Kinder merken so etwas schnell, selbst wenn sie erst drei Jahre alt sind und man versucht, ihnen gegenüber „normal“ zu wirken. Ich entschied mich für die kindgerechteste Version, die mir einfiel: Dass böse Menschen die Bäckerei, die wir so geliebt haben, kaputt gemacht hätten und ich traurig sei, weil ich nicht mehr wisse, wo ich unser Brot kaufen solle. Was auch stimmt. Aber das macht natürlich nur einen Bruchteil des Kummers aus, den uns die Ereignisse vom Freitag zugefügt haben. Unsere Tochter streichelte meine Wange und sagte: „Mama, nicht traurig sein. Vielleicht reparieren sie die Bäckerei.“

Manchmal wünsche ich mir wirklich, dass die Welt so einfach sein könnte, wie Dreijährige sie sehen. Ich wünsche es mir umso mehr, seit ich vor einer Stunde an der Absperrung stand, hinter der die Straße in den Parkplatz der Holey Bakery mündet. Seit ich die vielen Blumen und Kerzen gesehen habe, die sich dort für die Verstorbenen häuften. Seit mein Mann Marco und ich ein Herz aus Teelichtern gelegt haben - für Claudia, und für all die anderen. Wie schön wäre das: eine Welt, in der man alles – und vor allem jeden – reparieren kann.

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