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 Pressestimmen zu "Storchenhelfer"

"Mit STORCHENHELFER spricht Miriam Covi das eher ungewöhnliche Thema der künstlichen Befruchtung an, das sie aber mit einer Menge Humor und dem nötigen Funken Romantik liebevoll verpackt. (...) So ist der Autorin ein unterhaltsamer Liebesroman gelungen, der einen mit den Protagonisten mitlachen und mitleiden lässt, bis er nach vielen Hochs und Tiefs mit dem lang erwarteten Happy-End belohnt wird." LoveLetter, Mai 2015

"Ein wirklich schöner, leichter Roman, der jedoch trotzdem Tiefe mit sich bringt. Sympathische Charaktere und eine wirklich nette Story, die einen oft zum Lachen bringt, (...) aber auch hier und da mal zu Tränen rührt. Sehr empfehlenswert!"
Blog Buchzeiten, 04.06.2015

 

Leserstimmen zu "Storchenhelfer"

 "Eigentlich ist es ein ernstes Thema, unerfüllter Kinderwunsch. (...) Darf man darüber lachen? Wenn es so liebevoll verpackt ist, wie in diesem Buch, wenn es dann noch ein Happy End gibt, dann darf man.!"

 

"Die Autorin hat es wunderbar geschafft, ein emotional schwieriges Thema witzig, aber trotzdem echt zu beschreiben.."

 

 Leserstimmen zu "Eine Lüge, die Liebe, meine Familie und ich"

"Was für ein toller Roman - romantisch, lustig und trotz allem auch nachdenklich - ich bin völlig begeistert!"

 

"Flüssig geschrieben, tolle Charaktere und eine wunderbare Geschichte - ich kann das Buch eindeutig empfehlen!"

Verhasste Abschiede

Veröffentlicht am 12.11.2015

Wie fast alles im Leben, so hat auch unser Expat-Dasein seine Vor- und Nachteile. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wir sehen aufregende Orte, lernen immer wieder interessante Menschen kennen und unsere Kinder wachsen mit mehreren Sprachen auf. Momentan staune ich wirklich Tag für Tag, wieviel Englisch unsere ältere Tochter nach Hause bringt. Erst heute Morgen rief sie ihrer jüngeren Schwester, die mal wieder halsbrecherisch auf ihrem Stuhl herumturnte, ein besorgtes „Careful!“ zu.

Doch trotz dieser Highlights, die das Leben im Ausland mit sich bringt, muss ich zugeben, dass ich momentan dazu neige, eher die Nachteile zu sehen.

Sicherlich hängt das mit der wie immer schwierigen Eingewöhnungsphase zusammen. Man kennt noch nicht so viele Leute, mit denen man sich gern trifft. Noch dazu ist die Lage in Dhaka ja derzeit, wie bereits beschrieben, ein wenig angespannt. Außerdem sind diese Woche auch noch meine Mini-Mädels krank: Sie haben die „Hand-Fuß-Mund“-Krankheit, laufen wie zwei Streuselkuchen durch die Gegend und dürfen vorerst nicht in den Kindergarten gehen. Langweilen sich zu Hause und treiben die Mama in den Wahnsinn.

Aber krank wären sie natürlich in Deutschland hin und wieder ganz genauso. Das ist es also nicht, was mich derzeit so an unserem Leben als Expats nervt. Nein, viel mehr sind es die Abschiede, die einen rund um den Globus verfolgen. Eigentlich kann man sagen, dass es in unserem Leben nur zwei Konstanten gibt: Umzugskartons und Abschiede. Ja, kaum sind wir in Dhaka angekommen und haben endlich den letzten Umzugskartons ausgepackt, steht schon wieder der erste Abschied ins Haus. Diesmal von Jeanette, einer Dänin, die ich im „German Club“ bei der italienischen „Pizzanacht“ kennen gelernt habe. Ihre zwei Kinder sind ungefähr so alt wie unsere, auch ihr fiel die Eingewöhnung in Dhaka nicht leicht – es passte von Anfang an zwischen uns. Es folgten ein paar „Coffee Dates“ in der „Holey Bakery“, wo man in Dhaka die besten Mandelcroissants und auch generell das beste Brot und den leckersten Kuchen bekommt. Jeanette erleichterte mir das Einleben erheblich. Und unsere ältere Tochter Elli freundete sich schnell mit dem kleinen Axel an. Zwar sprach Axel stets Dänisch mit ihr, sie antwortete auf Deutsch – oder auch mal auf Englisch oder in dem ihr ganz eigenen Slang, in dem sie alle Sprachen vermischt. Doch auf jeden Fall verstanden sich die zwei, auch ohne dieselbe Muttersprache.

Nun aber ziehen Jeanette und ihre Kinder zurück nach Dänemark. Schuld daran ist die Sicherheitslage. Nicht, dass Jeanette unbedingt Angst um ihr Leben und das ihrer Kinder hätte – doch sie sieht nicht mehr den Sinn darin, in einer Stadt zu leben, wo sie sich kaum noch auf die Straße wagt. In einem Land, wo sie keine großen Reisen mehr unternehmen kann. Eigentlich sollte sie bis April hier bleiben, weil ihr Mann bis dann einen Job bei der UN hat. Nun werden sie eine Fernbeziehung zwischen Bangladesch und Dänemark führen. Und wir müssen wieder „tschüss“ sagen.

Dabei habe ich die letzten Abschiede in Rom noch gar nicht richtig verdaut. Und, was mich besonders traurig macht – unsere Dreijährige auch noch nicht. Ich hatte ja geglaubt, dass Elli nach den fünf Wochen Kanada und wegen der vielen neuen Eindrücke in Bangladesch ihre italienischen Kindergartenfreunde schnell vergessen würde. Doch nun ist November und Elli spricht noch immer von Giacomo, Luca und Sandra. Neulich „telefonierte“ sie mit ihrer Haarbürste und sagte: „Sì, Luca, sì, ich komme zurück nach Rom. Ja, heute Abend. Okay, ciao.”

Ich musste mich sehr zusammenreißen, um nicht zu heulen. Neuerdings sitzt Ellis italienische Freundin Sandra sogar mit am Esstisch. Wenn wir unser “Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb” aufsagen, halte ich nicht mehr Ellis Hand, sondern Sandras; Elli hält feierlich die andere Hand ihrer Kindergartenfreundin. Einerseits freue ich mich darüber, dass unsere Ältere in Sachen Phantasie nach ihrer Mutter zu kommen scheint. Andererseits frage ich mich: Wenn es jetzt schon so schwer für sie ist, „arrivederci“ zu sagen – wie soll das dann erst in zehn Jahren werden?

In Expatkreisen trifft man immer wieder jene Leute, die es mit den Jahren voller Abschiede aufgegeben haben, Freundschaften zu schließen. Sie haben ihre alten Freude in ihren Heimatorten, sie haben Kollegen an ihren Wohnorten auf Zeit – aber richtige Freunde suchen sie dort nicht mehr. Man merkt ihnen an, dass sie keinen Sinn mehr darin sehen, für kurze Zeitabschnitte den emotionalen Aufwand einzugehen, einen anderen Menschen näher kennen zu lernen, ihn lieb zu gewinnen, ihn schließlich ziehen zu lassen und ihm hinterher zu trauern. Diese Expats kapseln sich ab, bleiben am Wochenende lieber im Kreis der Familie, anstatt sich mit anderen zu verabreden. Denn der nächste Abschied kommt bestimmt.

Als ich hörte, dass Jeanette und Familie bald abreisen würden, hatte auch ich kurz den Gedanken: Vielleicht ist es besser so. Im April wären sie eh weggezogen. Dann wäre mir das „goodbye“ noch schwerer gefallen als jetzt. Und Elli hätte Axel vermutlich so hinterhergetrauert, wie sie es nach wie vor mit Sandra & Co. macht. Im nächsten Moment jedoch ärgerte ich mich über meine Denkweise.

Nein, so möchte ich nicht werden. Ich will mich nicht bei jedem Menschen, den ich in meinen Auslandsjahren kennen lerne, fragen: Wie lange bleibt er oder sie? Lohnt es sich, eine Freundschaft aufzubauen? Denn: Meiner Meinung nach lohnt es sich immer. Virginia habe ich 2007 in meinem letzten Jahr in New York kennen gelernt und erst im vorletzten Jahr ist sie extra aus Tel Aviv angereist, um bei Ellis Taufe dabei sein zu können. Als ich Kim in Rom kennen lernte – sie war genauso frischgebackene Mama wie ich – lebte ich ständig mit der Sorge, sie könne bald wegziehen, weil ihr Mann immer nur Jahresverträge bei der „International Labour Organisation“ bekam. Und wann zog sie schließlich um? In diesem Sommer, gemeinsam mit uns. Allerdings nicht nach Dhaka, sondern nach Florenz (Neid!), nach drei tollen gemeinsamen Jahren, die wir in Rom verbringen durften. Jana Lyn aus Kanada, die mit ihrer Tochter in Rom direkt um die Ecke wohnte, zog leider schon ein paar Monate nach unserem Kennenlernen nach Bukarest. Auch meine liebsten Österreicherinnen Kati und Elisabeth habe ich erst knapp anderthalb Jahre vor unserer Versetzung kennen gelernt. Kati und ich begegneten uns als die zwei einzigen dicken Babybäuche auf einer Party im Winter 2013, kurz bevor ihre erste und meine zweite Tochter geboren wurden. Elisabeth lernte ich im Wartezimmer unserer italienischen Kinderärztin kennen, wo wir beide erschreckend viel Zeit verbrachten. Beide sind nun auch nicht mehr in Rom, sondern in Algier beziehungsweise Wien.

Aber ich bin mit allen – Skype, Facebook und E-Mail sei Dank – immer noch in Kontakt. Mal mehr, mal weniger – aber ganz aus den Augen verliert man sich nicht. Das wird auch hoffentlich so bleiben – ebenso mit Jeanette. Und – wer weiß? Vielleicht besuchen wir sie und ihre Familie irgendwann in Dänemark in ihrem wunderschönen Bullerbü-Haus. Eingeladen haben sie uns. Elli würde sich bestimmt wahnsinnig darüber freuen, mit Axel über dänische Wiesen zu stürmen. Ich muss mir also selbst immer wieder vorbeten: Es lohnt sich auf jeden Fall, neue Freundschaften zu schließen, selbst wenn man nur wenig Zeit zusammen an einem Ort hat. Dennoch finde ich die ewigen Abschiede ziemlich doof. Und ich werde dich schrecklich vermissen, Jeanette. Und euch vermisse ich nach wie vor, Gina, Kim, Jana, Kati und Elisabeth.

Aber besuchen können wir uns wohl. Also: Hoffentlich bis auf bald, irgendwo auf dieser Welt. In der Zwischenzeit werde ich mich bemühen, hier in Dhaka neue Freundschaften aufzubauen. Bis zum nächsten Abschied.

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