Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

(c) Fotostudio Susanne Clemens(c) Fotostudio Susanne Clemens

Leserstimmen zu "Sommer in Atlantikblau"

"Einfach nur traumhaft"

"Das Buch des Sommers"

"Ein Roman wie eine perfekte Sommerbrise"

 

Leserstimmen zu "Mein Ex, die Ewige Stadt und Ich"

"Perfekt zum Abtauchen, Wegträumen und ab und an auch zum Schmunzeln"

Pressestimmen zu "Storchenhelfer"

"Mit STORCHENHELFER spricht Miriam Covi das eher ungewöhnliche Thema der künstlichen Befruchtung an, das sie aber mit einer Menge Humor und dem nötigen Funken Romantik liebevoll verpackt. (...) So ist der Autorin ein unterhaltsamer Liebesroman gelungen, der einen mit den Protagonisten mitlachen und mitleiden lässt, bis er nach vielen Hochs und Tiefs mit dem lang erwarteten Happy-End belohnt wird." LoveLetter, Mai 2015

Leserstimmen zu "Storchenhelfer"

 "Eigentlich ist es ein ernstes Thema, unerfüllter Kinderwunsch. (...) Darf man darüber lachen? Wenn es so liebevoll verpackt ist, wie in diesem Buch, wenn es dann noch ein Happy End gibt, dann darf man!"

Leserstimmen zu "Eine Lüge, die Liebe, meine Familie und ich"

"Was für ein toller Roman - romantisch, lustig und trotz allem auch nachdenklich - ich bin völlig begeistert!"

Vorsichtsmaßnahmen

Veröffentlicht am 28.08.2015

Bevor wir in Bangladesch ankamen, hatte ich vor drei Dingen große Angst: Vor dem schlechten Leitungswasser. Vor den belasteten Lebensmitteln. Und besonders vor Dengue-Fieber, das, ähnlich wie Malaria, durch Mückenstiche übertragen wird.

Ich konnte mir nicht vorstellen, wie wir das Leben in einem Land der dritten Welt mit zwei kleinen Kindern würden bewältigen können. Wenn das Wasser, das aus der Leitung kommt, auf keinen Fall getrunken werden darf, wie bade ich dann zwei kleine Wasserratten, die sich liebend gern gegenseitig Wasser über den Kopf gießen, an Waschlappen saugen und die kleinen Wannen-Förmchen als Trinkbecher umfunktionieren? Von den Familien mit kleinen Kindern hier in Dhaka, zu denen wir schon vor unserer Versetzung Kontakt hatten, bekam ich unterschiedliche Ratschläge zum Thema „Waschen“. Manche rieten mir, Babys und Kleinkinder nur in Flaschenwasser zu baden. Manche füllen die Babybadewanne zur Hälfte mit Trinkwasser, zur Hälfte mit Leitungswasser. Wiederum andere duschen oder baden ihren Nachwuchs ganz normal, passen dabei allerdings auf, dass die Kleinen kein Wasser schlucken. Aber genau das schien mir ganz ausgeschlossen.

Dann kamen wir mit Kindern und Sack und Pack in Dhaka an. Nach einem langen Flug stand ich verschwitzt im Hotel-Badezimmer, musterte misstrauisch die Duschkabine – und nahm dann dankbar eine erfrischende Dusche, den Mund sorgfältig geschlossen, um nicht sofort zu Beginn unserer Zeit in Bangladesch Durchfall zu bekommen. Als die Kinder an die Reihe kamen, betrachtete ich unschlüssig die Wanne und dann die 0,5-l-Flaschen mit Trinkwasser, die wir vom Hotel erhalten hatten. Ich fragte mich, wie im Leben ich die Badewanne auch nur zu einem Achtel mit diesem Flaschenwasser füllen sollte und entschied mich schließlich dazu, die Mädels schnell abzuduschen. Genauso machten wir es an den folgenden Abenden auch.

Bis unsere ältere Tochter während einer Duscharie entdeckte, wie man den Drehverschluss des Wannenabflusses betätigt und sich die Wanne somit schnell mit Wasser füllte. Elli und Mia begannen begeistert zu planschen – und tun das nach wie vor Abend für Abend. Nachdem wir ihnen eingeschärft haben, das Wasser nicht zu trinken, klappt das hervorragend – was vielleicht auch daran liegt, dass unser Badewannenspielzeug noch im Umzugscontainer irgendwo auf dem Weg nach Chittagong, dem großen Seehafen an der Küste von Bangladesch, ist. Somit haben die Mädels keine Gefäße, aus denen sie in der Wanne trinken könnten. Stattdessen amüsieren sie sich damit, ihre Duplofiguren am Wannenrand aufzureihen. Eine unbedenkliche Alternative… Gewöhnungsbedürftig ist für mich nach wie vor, dass man viele Handgriffe, die in Europa so selbstverständlich erscheinen, hier nicht einfach so machen kann. Beim Zähneputzen zum Beispiel steht nun immer eine Flasche Trinkwasser neben dem Waschbecken. Genau wie die Zahnbürsten bekommen auch die Schnuller meiner Mädels nach dem Abwasch eine Trinkwasser-Dusche. Sicher ist sicher…

Meine Sorge wegen der in Bangladesch teilweise sehr belasteten Lebensmittel ist etwas weniger geworden, weil ich hier vor Ort erkannt habe, dass man einiges an importiertem Obst und Gemüse kaufen kann, z.B. Karotten aus Australien, Äpfel aus den USA und Kiwi – klar – aus Neuseeland. Das beruhigt mich ziemlich, schließlich ist bekannt, dass in Bangladesch Obst und Gemüse zu stark mit Formalin besprüht wird, um es haltbarer zu machen. Auch in anderen Lebensmitteln, wie z.B. in Milchprodukten, findet sich hier das gesundheitsschädliche Formalin, weshalb wir nur australische H-Milch kaufen. Die freundlichen Hotelmitarbeiter wundern sich mit Sicherheit, warum wir nach den ersten Tagen dazu übergegangen sind, zum morgendlichen Frühstücksbuffet im Hotelrestaurant unsere eigene H-Milch-Packung mitzubringen. Um sie nicht vor den Kopf zu stoßen, haben wir ihnen erzählt, dass unsere Mädels nur H-Milch mögen…

Und Dengue-Fieber? Tja, davor habe ich noch genauso eine große Angst wie vor unserer Anreise. Allerdings weiß ich inzwischen auch, dass Kinder diese Erkrankung angeblich in den meisten Fällen relativ gut meistern, viel schneller wieder gesund werden als Erwachsene. Das hat mich ein wenig beruhigt, hatte ich doch bisher immer geglaubt, dass Dengue für Kinder gefährlicher sei als für Erwachsene. Momentan sieht man glücklicherweise noch nicht viele Mücken, doch das soll sich nach Ende der Monsunzeit schnell ändern. Trotz der geringen Moskitozahl schlafen wir bereits konsequent unter Mückennetzen, was Elli vom ersten Abend an mit Begeisterung erfüllt hat, schließlich schaffen die Netze eine romantische Himmelbettatmosphäre. Das ist der harmlose Teil des Schutzprogramms. Der nicht ganz so harmlose heißt: Einsprühen und –cremen, was das Zeug hält. Morgen für Morgen versuche ich, meine zwei Mädels sorgfältig mit Anti-Mücken-Creme einzureiben, was mich jedes Mal einige Nerven kostet, da es dem Versuch gleicht, einen Flohzirkus zu bändigen. Dabei treibt mich immer wieder die Sorge um, ein Fleckchen Haut zu vergessen, wo eine Mücke begeistert zustechen könnte. So wie neulich Abend, als wir auf einem Spielplatz waren und Elli direkt am Rand ihrer Windel gestochen wurde, wo ich offensichtlich nicht gecremt hatte. Bisher begrüße ich noch jeden einzelnen Mückenstich mit einer kleinen Panikattacke, weshalb ich auch das Eincremen extrem ernst nehme. Immer, wenn ich die Tube mit dem hier sehr beliebten indischen Mückenmittel „Odomos“ zücke, frage ich mich allerdings besorgt, was wohl schädlicher ist: Drei Jahre lang täglich dieses Zeug auf die Haut zu bekommen – oder an Dengue-Fieber zu erkranken? Ausprobieren möchte ich es trotzdem nicht. Deshalb lasse ich auch Abend für Abend unsere Schlafzimmer im Hotel mit Anti-Mücken-Mittel aussprühen, in der Hoffnung, dass kein Insekt in den Falten der Vorhänge oder unter den Betten überlebt…

Bisher, nach fast drei Wochen Bangladesch, haben wir als vierköpfige Familie insgesamt vier Mückenstiche gehabt. Eigentlich ganz okay, finde ich. Hauptsache, keine der vier Mücken hatte den Dengue-Erreger in sich…

P.S.: Als ich am Mittwoch begonnen habe, diesen Blogeintrag zu schreiben, waren wir noch alle fit. Dann bekam Marco Mittwochabend Fieber und Durchfall. Mein erster Gedanke war: O Gott! Dengue-Fieber! Als wir am nächsten Tag beim Arzt waren, konnte der uns beruhigen: Die Symptome sprachen nicht für Dengue, unter anderem fehlte der typische Hautausschlag. Und tatsächlich, Marcos Fieber sank im Laufe des Donnerstag und heute, am Freitag, hat er nur noch ein wenig Durchfall. Ob er etwas Falsches gegessen oder getrunken oder sich einen Infekt zugezogen hat – wir wissen es nicht. Hauptsache, er ist bald wieder fit!